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Ansätze der deutschen und europäischen NormungDie Einordnung der Reinigungsverfahren in die Fertigungsverfahren kann entsprechend dem Entwurf zur DIN 8592 erfolgen. In diesem Normentwurf wird eine hierarchische Einteilung der Reinigungsverfahren nach dem Wirkprinzip vorgeschlagen. Die Hierarchieebenen werden bei der Benennung der Verfahren durch eine mehrstellige Ordnungsnummer repräsentiert.
Das Reinigen wird zunächst als Untergruppe des Fertigungsverfahrens Trennen in das Ordnungsschema der DIN 8580 eingeordnet und erhält die Ordnungsnummer 3.6. Die nächste Hierarchiestufe des Ordnungsschemas gibt das physikalische Wirkprinzip des Reinigungsverfahrens an. Als problematisch stellten sich dabei die Strahlverfahren dar, da bei diesen Verfahren eine Kombination der Wirkmechanismen mechanisch und strömungstechnisch vorliegt. Aus diesem Grund erhielten die Strahlverfahren eine eigene Untergruppe. Die vierte Stelle der Ordnungsnummer liefert eine weitere Unterteilung der Verfahren der einzelnen Gruppen. Bei den Strahlverfahren präzisiert die vierte Stelle der Ordnungsnummer den Strahlzweck und es wird eine fünfte Stelle zur weiteren Unterteilung der Verfahren eingeführt. Diese Ausnahme wurde gemacht, um eine Anpassung an DIN 8200 zu erreichen. Da nach DIN 8592 jedoch eine Einordnung nach dem Wirkprinzip und nicht nach dem Reinigungsziel erfolgen soll, wird vorgeschlagen bei der Verfahrenseinordnung eine 0 in der vierten Stelle der Ordnungsnummer zu führen.
Entwurf zur DIN 8592 (1985): Einordnung der Reinigungsverfahren in die Fertigungsverfahren Zur Klassifizierung des Reinigungszweckes kann eine weitere Kennzahl, durch einen Bindestrich von der Ordnungsnummer getrennt, angehängt werden:
Der Entwurf zur DIN 8592 berücksichtigt weder Verfahren, bei denen mehrere physikalische Wirkprinzipien kombiniert werden, noch können die in jüngster Zeit entwickelten Sonderverfahren, wie z. B. die Reinigung durch Mikroorganismen oder das Vakuumentölen, in das Schema eingeordnet werden. Die vorgesehene Einteilung ist zudem nicht detailliert genug, einzelne Verfahren gegeneinander abzugrenzen. So fallen z. B. unter das Ablösen mit der Ordnungszahl 3.6.4.1 die Verfahren: Dampfentfetten, Tauchreinigung, Wischreinigung, Bürstreinigung, Trommelreinigung, Spritzreinigung, Flutreinigung, Abkochen und Ultraschallreinigung mit Lösemitteln. Normen, die klare Handlungsanleitungen für die Durchführung der Reinigung bieten, sind nur zu einigen wenigen Verfahren vorhanden. Lediglich die schon seit längerer Zeit eingesetzten Verfahren, wie das Hochdruckwasserstrahlen (DIN EN 1829), die Reinigung mit alkalischen Reinigern (DIN 65079), die Lösemittelreinigung (DIN 65078, LN 29740), die Strahlreinigung (DIN 65468), die elektrolytische Reinigung (DIN 65473) und das Flammstrahlen (DIN 32539) sind genormt worden. Die in den letzten Jahren vornehmlich in den USA entwickelten neueren Reinigungsverfahren sind bislang noch nicht in die deutsche und europäische Normung eingegangen. Die mit den einzelnen Reinigungsverfahren erzielbaren Reinheitsgrade sind lediglich in Einzelfällen genormt, beispielsweise fotografische Vergleichsmuster für Oberflächenvorbereitungsgrade vor dem Aufbringen von Beschichtungen auf Stahlbauten (DIN 55928, ISO 8501-8504). In einzelnen Normen für Oberflächenbehandlungsverfahren sind zudem verschiedene Prüfverfahren, wie beispielsweise der Wasserablauftest zur Feststellung einer hinreichenden Entfernung von Fetten, empfohlen. Derartige Ansätze können jedoch nicht ohne weiteres auf andere Anwendungsfälle übertragen werden. Im Bereich der Reinigungsmaschinen sollen vornehmlich die Sicherheitsstandards für Anlagen genormt werden, ohne dabei auf Einsatzgrenzen und Anwendungsfälle der beschriebenen Anlagen einzugehen (Entwurf zur DIN EN 12921). Insgesamt muss festgehalten werden, dass die deutsche und europäische Normung bei der Wahl eines geeigneten Reinigungsverfahrens für einen gegebenen Anwendungsfall nur wenig Hilfestellung gibt. Übersicht über die wichtigsten Normen zur Bauteilreinigung (Stand 2001):Die entsprechenden Normen und Richtlinien können über den Beuth-Verlag bezogen werden.
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