Chemische Bindungen entstehen durch Austausch von Valenzelektronen zwischen den Atomen. Die Richtung des Elektronentransfers, d. h. welches Element die Elektronen abgibt und welches sie anzieht oder aufnimmt, hängt von der sogenannten Elektronegativität (EN) ab. In einer Bindung zweier Atome werden die gemeinsamen Bindungselektronen stärker zu dem elektronegativeren Atom hingezogen. Die Bindung wird um so stärker polarisiert, je größer der EN-Unterschied der beiden beteiligten Partner ist.
Chemische Bindungen entstehen durch Austausch von Valenzelektronen
zwischen den Atomen.
Dieser Austausch kann vollständig sein (Ionenbindung) oder der
Austausch ist unvollständig und
führt zum gemeinsamen Besitz von zwei oder mehr Elektronen (kovalente
Bindung oder
Atombindung). Dazwischen gibt es den Übergang der polarisierten
Atombindung. Hinzu kommen noch Bindungen höherer Ordnung wie van der
Waals- und Wasserstoffbrückenbindungen.
Die Richtung des Elektronentransfers, d. h. welches Element die
Elektronen abgibt und welches sie anzieht oder aufnimmt, hängt von der
sogenannten Elektronegativität (EN) ab. In einer Bindung zweier Atome
werden
die gemeinsamen Bindungselektronen stärker zu dem elektronegativeren
Atom
hingezogen. Die Bindung wird um so stärker polarisiert, je größer der
EN-Unterschied der beiden beteiligten Partner ist.
Elektronegativitäten der wichtigsten Elemente (Uni-Bielefeld)
Polare Lösemittel
Bei polaren Verbindungen weisen die einzelnen Atome im Molekül stark
unterschiedliche Elektronegativität auf. Aufgrund des unsymmetrischen Aufbaus
des Moleküls kommt es zur Ausbildung eines elektrischen Dipols. Polare Moleküle
ziehen sich aufgrund dieser Dipol-Eigenschaft untereinander an und hierin ist
auch das gute Lösevermögen für polare Verschmutzungen begründet. Für das
Lösevermögen gilt allgemein: "Gleiches löst Gleiches", das heißt,
polare Verschmutzungen lösen sich in polaren Lösemitteln und unpolare
Verschmutzungen in unpolaren Lösemitteln. Chemisch kann dieses Verhalten
folgendermaßen erklärt werden: Zwei Stoffe mischen sich nur dann homogen und
stabil ineinander, wenn die Kräfte zwischen den Molekülen beider Stoffe in Art
und Größe weitgehend übereinstimmen. Die neben den Dispersionskräften bei
polaren Stoffen zusätzlich auftretenden elektrischen Dipolkräfte sorgen für
eine stärkere Anziehung polarer Moleküle untereinander und somit für eine
Trennung eines Gemisches von polaren und unpolaren Stoffen in zwei Phasen. Bei
Wassermolekülen ist die Polarität so stark ausgeprägt, dass die
zwischenmolekularen Dipolkräfte nahezu die Stärke einer kovalenten Bindung
erreichen. Diese besonders starke und gerichtete Verbindung wird als
Wasserstoffbrückenbildung bezeichnet.
Unpolare Lösemittel
Moleküle, zwischen deren Einzelatomen kovalente Verbindungen bestehen
oder Moleküle, die vollkommen symmetrisch aufgebaut
sind, weisen nach außen hin kaum elektrische
Anziehungskräfte auf, sie sind unpolar. Die Anziehungskräfte zwischen
den Molekülen
unpolarer Stoffe beruhen auf geringen zeitlichen Ungleichverteilungen
der Elektronen in den Molekülen. Diese sogenannten van der Waalschen
Bindungen
sind
wesentlich schwächer als kovalente oder Atombindungen. Sie sind
andererseits aber auch Grundlage für das gute Fettlösungsvermögen,
denn auch hier gilt: "Gleiches löst Gleiches". Typische unpolare
Lösemittel sind: Reinigungsbenzine, Aromate, Aliphate,
Chlorkohlenwasserstoffe oder
flüssiges Kohlendioxid. Van der Waals-Anziehungskräfte treten auch bei
der physikalischen Adsorption von Gasen oder Feststoffen an unpolaren
Adsorptionsmitteln
auf. Beispiel ist das Recycling von unpolaren Lösemitteln wie CKW durch
Adsorption an Aktivkohle.
Teilpolare Lösemittel
Lösemittel, die über ein Molekülende mit polarem Charakter und ein
Molekülende mit unpolarem Charakter verfügen, lösen sowohl polare als auch
unpolare Verschmutzungen. Ein typisches Beispiel für derartige Lösemittel sind
Alkohole. Die Hydroxylgruppe (OH) bildet einen Dipol aus und ist daher hydrophil
(wasserfreundlich). Der Alkylrest ist lipophil (fettfreundlich). Bei Alkoholen
mit kleinem Alkylrest tritt der Dipolcharakter stärker in den Vordergrund. Sie
lösen sich gut in Wasser und nur begrenzt in unpolaren Kohlenwasserstoffen. Mit
wachsender Moleküllänge kehren sich die Verhältnisse um.