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Auslegung einer VakuumentölungsanlageAuslegung einer Vakuumentölungsanlage Die im folgenden angegebenen Gleichungen erlauben die prinzipielle Auslegung der Anlagenkomponenten einer Vakuumentölungsanlage. Evakuieren, Aufheizen und Entölen können parallel ablaufen. Zu Anfang beeinflusst der hohe Druck die Wärmeübertragung (es tritt unter anderem Konvektion auf). Darüber hinaus erhöht sich der Druck aufgrund der Temperaturerhöhung. Jedoch erfolgt das Abpumpen im allgemeinen hinreichend schnell, so dass zur rechnerischen Abschätzung des Heizens und des Abpumpens die Vorgänge ohne gegenseitige Beeinflussung betrachtet werden können. Bei der Berechnung wird zudem vereinfachend von mittleren Größen (mittlere Temperatur, durchschnittlicher Emissionskoeffizient) ausgegangen. Die Rechnung wird zur Veranschaulichung an einem Beispiel durchgeführt, welches dem Zeitschriftenartikel: "Neues und Umweltfreundliches Entölungsverfahren durch Niederdruck-Verdampfung", aus der Zeitschrift "Vakuum und Forschung in der Praxis (1995)", entnommen wurde.
HeizerauslegungFür die Heizerauslegung ist die Masse des Bauteilträgers mBT und dessen spezifische Wärmekapazität cBT sowie die Masse der Bauteile mB und deren spezifische Wärmekapazität cB bestimmend. Sollen die Bauteile auf dem Bauteilträger um eine Temperatur von T erhitzt werden, wird hierfür die folgende Wärmemenge benötigt:
Q = (mBT · cBT + mB · cB) · T
Beispiel:
![]()
- Bauteilträger: 500 kg aus Stahl mit Wärmekapazität cBT = 480 J/kg·K
- Abmaße Bauteilträger: Höhe H = H1 + H2 = 2,2 m, Breite B = 0,5 m, Länge L = 2,5 m
- Beschwerung für nachfolgendes Verlöten: 1 kg Stahl pro Wärmetauscher, Wärmekapazität cBT = 480 J/kg·K Hallentemperatur: 20 °C
- zu erreichende Teiletemperatur: 100 ºC
Dann ergibt sich eine erforderliche Wärmemenge von:
Q = (500 kg · 480 J/kg·K +
200 · 1,5 kg · 950 J/kg·K + 200 ·
1,0 kg · 480 J/kg·K ) ·(100 - 20)K = 49680 kJ
Die Aufheizzeit ergibt sich nun über die Heizleistung bei maximal zulässiger, vom Heizelement abhängiger Heiztemperatur. Die durch Strahlung übertragene Wärmeleistung beträgt nach dem Strahlungsgesetz:
P = e·s·A· (T14 - T24)
P = übertragene Wärmeleistung e = Produkt der Einzelemissionskoeffizienten der Oberflächen
Die Aufheizzeit ergibt sich dann zu:
t = Q/P
mit: Q = erforderliche Gesamtwärmemenge
Für die
Beispielrechnung soll angenommen werden, dass die Heizelemente auf eine
Temperatur T1 = 700 °C gebracht werden und solange heizen, bis eine Bauteiltemperatur
von T2 = 100 °C erreicht wird. Der gemittelte Emissionskoeffizient soll e
= 0,25 betragen. Dann ergibt sich pro Quadratmeter
Flächeneinheit eine durch Wärmestrahlung übertragene Leistung von:
P/A= 0,25 · 5,69 ·10-8 Wm-2K-4 · ((700 K + 273 K)4 -
(100 K + 273 K)4)
= 12 kW/m².
Es wird angenommen, dass 100 % der
Leistung auf das Bauteil übertragen wird. Eine durch die geometrischen
Verhältnisse,
d. h. die Orientierung und Entfernung der strahlenden Flächen
zueinander,
bedingte Reduzierung der Leistung wird unberücksichtigt gelassen. Die
Heizelemente sollen einen Durchmesser von 10 - 15 mm
besitzen. Hierbei trägt mindestens der halbe Umfang (ca. 1,5 - 2,25 cm)
zur Strahlung auf das Bauteil bei. Somit werden pro 100 cm Elementlänge
1,5 · 100 · 1,2 =
1800 W bzw. 2700 W auf die Bauteile gestrahlt. Je nach Material (Stahl, Cu, Al) des
Bauteils
müssen verschiedene
Emissionswerte verwendet werden. Kupfer (leicht angelaufen) weist z. B.niedrige Werte von ca. 0,03 auf, so dass bei konstant gehaltener Heiztemperatur im Vergleich zu
Al-Teilen nur ein Bruchteil der Heizleistung in die Teile eingebracht wird (der
Heizvorgang verzögert sich entsprechend). Um die Aufheizzeit des mit Bauteilen beladenen Bauteilträgers zu berechnen, wird vereinfachend angenommen, dass das Stahlblech ebenfalls die Heizelementtemperatur besitzt.
A = 2 · (2,2 · 0,5 + 2,5 .
0,5 + 2,5 · 2,2) m² = 15,7 m²
ergibt sich so eine Heizleistung von 15,7 m² · 12 kW/m² = 188,4 kW.
Die minimale Aufheizzeit ergibt sich damit zu:
t = 49680 kJ/188,4 kW = 264 s = 4,4 min.
Bei der Rechnung wurden die Wärmeverluste des Ofens an die Umgebung, die Verdampfungswärme des Öls sowie die unvollständige Wärmeübertragung aufgrund der Bauteilgeometrie vernachlässigt. Die tatsächlich zu installierende Leistung liegt um ca. 20 % - 40 % über dem errechneten Wert und beträgt für dieses Beispiel ca. 240 kW. PumpenstandauslegungFür die Entölungsvorgänge im Feinvakuum bei ca. 10-2 mbar ist in der Regel ein zweistufiger Pumpstand erforderlich. Dieser besteht zumeist aus einer Vorpumpe und einer Rootspumpe. Im oberen Druckbereich (ca. 1000 mbar bis 20 mbar) ist nur die Vorpumpe aktiv. Die Pumpzeit bis zum Erreichen des Zwischendrucks ergibt sich zu: ![]() mit: t1 = Zeit zum Erreichen des Zwischendrucks V = Volumen der Druckkammer SV = Saugvermögen der Vorpumpe p0 = Ausgangsdruck (ca. 1000 mbar) p1 = Zwischendruck (ca. 20 mbar)
Beispiel: Das Kesselvolumen betrage 8,4 m³, die Saugleistung der Pumpe betrage SV = 500 m³/h. Dann ergibt sich für das Erreichen des Zwischendrucks von p1 = 20 mbar eine Pumpzeit von:
![]()
![]() mit: t2 = Zeit zum Erreichen des Prozessdrucks
vom Zwischendruck aus V = Volumen der Druckkammer Sr = Saugvermögen der Rootspumpe p1 = Zwischendruck (ca. 20 mbar) p2 = Prozessdruck (ca. 10-2 mbar) Am = entgasende Metalloberfläche a0 = materialabhängiger Desorptionskoeffizient t0 = Zeitkonstante pEr = Enddruck der gewählten Rootspumpe Jein = Leckgasstrom Beispiel:
Für eine trockene, saubere Metalloberfläche gilt t0 = 3600 s und a0 = 5·10-7 mbar·l/s·cm². Mit Sr = 833 l/s (= 3000 m³/h) und einem Leckgasstrom von 0,05 mbar·l/s ergibt sich dann eine Zeit bis zum Erreichen des Enddrucks von:
Die Gesamtzeit, die vom Schließen der Kammer bis zum Erreichen des Arbeitsdrucks erforderlich ist, beträgt also: tges = t1 + t2 = 237 + 120 s = 357 s oder ca. 6 Minuten. Nach dem hier beispielhaft durchgeführten Rechenschema kann eine Vakuumentölungsanlage grob ausgelegt werden. Der Energiebedarf und die Reinigungszeit pro Charge können abgeschätzt werden.
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