Main menu

 


 


 


Grundlagen der VDA 19

In diesem Artikel werden die Grundlagen der VDA 19 dargestellt und ihr prinzipieller Aufbau beschrieben.

In der Fachwelt werden zwei inhaltlich kompatible Standards zur Bestimmung der technischen Sauberkeit hinsichtlich der Partikelverunreinigungen von Automobilkomponenten zu Grunde gelegt. Auf nationaler Ebene ist der Band 19 des Verbandes der Automobilindustrie e. V. das Standardwerk, auf welches sich die meisten Hersteller berufen. Auf internationaler Ebene wird die ISO-DIS 16232 - Road vehicles – Cleanliness of components of fluid circuits -, Part 1-10, verwendet, wobei sich viele deutsche Anbieter aufgrund der internationalen Beziehungen ebenfalls auf diese Norm beziehen. Beide Dokumente stellen jedoch keine Sauberkeitsanforderungen dar. Es existieren auch keine Angaben darüber, wie rein ein Produkt in Abhängigkeit seiner späteren Aufgabe im Gesamtsystem sein sollte. Derartige Zusammenhänge werden meist von den Konstrukteuren nach Gefühl abgeleitet. Größere Unternehmen definieren für die eigene Fertigung, aber insbesondere auch für die Kunden, Werksnormen, die nahezu immer die VDA 19 oder die ISO-DIS 16232 zu Grunde legen. Damit bilden die beiden technischen Richtlinien ein Fundament, auf dem aufgebaut werden kann. Sie definieren Standards zur Vereinheitlichung der Prüfpraxis, die die Prüfergebnisse erst reproduzierbar, zuverlässig und vergleichbar machen.
In der VDA 19 wird zunächst eine Übersicht über verschiedene Prüfmethoden gegeben, um eine Auswahl aus der Vielzahl der Möglichkeiten zu vereinfachen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Richtlinien zur sauberkeitsgerechten Handhabung der Prüfobjekte, damit es zu keinen Verfälschungen aufgrund der Lagerung und des Transportes kommt. Es werden Hinweise gegeben, wie herauszufinden ist, welche Extraktionsmethode die am Besten geeignete ist, da u. a. aufgrund der Geometrie ein direktes Untersuchen der Bauteile in der Regel nicht möglich ist und die Partikel z. B. durch ein Spülen extrahiert werden müssen. Ein Schwerpunkt der VDA 19 bildet die Beschreibung der verschiedenen möglichen Extraktionsverfahren, die, bis auf die Ausnahme der direkten Bauteilinspektion, bei jeder Prüfung zum Einsatz kommen müssen. Im nächsten Schritt erfolgt dann die eigentliche Analyse, in welcher zum Beispiel die Partikel, die sich in einem Filter absetzen, durch den das Reinigungsmittel fließt, einer Untersuchung unterzogen werden. Der einfachste Fall ist die Bestimmung des Gesamtgewichtes dieser Partikel. Bei genaueren Analysen wird die Anzahl von Partikeln einer bestimmten Größe gemessen oder sogar die chemische Zusammensetzung der Partikel ermittelt, um deren negativen Auswirkungen besser quantifizieren oder Aufschlüsse über deren Herkunft bekommen zu können. Eine weitere Alternative sind Extinktionspartikelzähler, mit Hilfe dessen Partikel in Reinigungsmedien direkt gezählt werden können. Darüber hinaus stellt die VDA 19 Informationen über die Anforderungen an die Dokumentation bereit.
Die ISO-DIS 16232, bestehend aus 10 Teilen (Part 1-10), ist das internationale Pendant zur VDA 19. Beide Richtlinien entstanden in Zusammenarbeit zahlreicher Unternehmen innerhalb und um die Automobilindustrie. Die ISO-DIS 16232 gliedert sich dabei ähnlich wie die VDA 19.

Die VDA 19 kann direkt im Qualitätsmanagement-Center des Verbandes der Automobilindustrie bestellt werden.
Die ISO-DIS 16232 ist im Beuth-Verlag erhältlich.
Name des Autors: team