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Gleitschleifen nach dem Schwerkraftverfahren

Beim Gleitschleifen nach dem Schwerkraftverfahren wird der Inhalt der Trommel aufgrund der Drehbewegung an einer Seite ständig angehoben und gleitet unter Schwerkraftwirkung nach unten ab. Die Intensität des Schleifvorgangs ist drehzahl- und füllmengenabhängig.

Beim Gleitschleifen nach dem Schwerkraftverfahren werden zur Umwälzung der Werkstücke und Schleifkörper umlaufende polygonale (meist sechs- oder achteckige) Trommeln bzw. Glocken verwendet. Der Inhalt der Trommel wird aufgrund der Drehbewegung an einer Seite ständig angehoben und gleitet unter Schwerkraftwirkung nach unten ab. Die Intensität des Schleifvorgangs ist drehzahl- und füllmengenabhängig.









(1) niedrige Drehzahl, (2) optimale Drehzahl, (3) Schlageffekt, (4) Fliehkrafteffekt
aus: W. Burkart, Handbuch für das Schleifen und Polieren, Eugen G. Leuze Verlag, 1991


Bei einer niedrigen Drehzahl bildet sich eine Gleitzone in einer Ebene mit geringer Neigung aus (1). Mit steigender Drehzahl nimmt zunächst die Steigung der Ebene zu. Bei weiterer Erhöhung der Drehzahl bildet sich eine, für das Verfahren typische, S-förmige Gleitzone aus (2). In diesem Drehzahlbereich erreicht das Verfahren seine optimale Schleifleistung. Wenn die Drehzahl einen kritischen Bereich erreicht, bricht die Gleitzone in sich zusammen, wobei die Werkstücke und Schleifkörper aufeinanderschlagen (3). Dieser Schlageffekt tritt bei kleiner Füllmenge der Trommel bei geringerer Drehzahl ein. Der Schlageffekt muss aufgrund der Gefahr der Beschädigung der zu reinigenden Werkstücke vermieden werden. Falls die Drehzahl weiter erhöht wird, wird das Material aufgrund von Fliehkräften an die Trommelwand gedrückt (4). Dabei findet keine Relativbewegung zwischen Werkstück und Schleifkörper mehr statt.

Bei üblichen Trommelgrößen und Normalbeladung können folgende Anhaltswerte angenommen werden:

Drehzahl
Auswirkungen
n < 30 U/min
reduzierte Gleitbewegung, längere Bearbeitungsdauer
30 < n < 45 U/min
optimaler Arbeitsbereich
n > 45 U/min
Auftreten des Aufschlageffektes


Bei doppelkonischen Glocken wird das Material zusätzlich zu der Wälzbewegung senkrecht zur Drehachse auch parallel zur Drehachse angehoben. Somit entsteht eine dreidimensionale Gleitbewegung. Die Schleifleistung ist bei dieser Verfahrensvariante größer als bei prismatischen Trommeln bzw. Glocken.













aus: W. Burkart, Handbuch für das Schleifen und Polieren, Eugen G. Leuze Verlag, 1991



Bei dem Gleitschleifen mit umlaufenden Trommeln oder Glocken ergibt sich der Schleifdruck in dem Werkstück-Schleifkörper-Gemisch ausschließlich durch die Schwerkraft. Die erzielbare Schleifleistung ist daher begrenzt. In der industriellen Praxis werden Schwerkrafttrommeln heutzutage nur noch eingesetzt, wenn eine bauteilschonende Reinigung mit nur geringer Schleifwirkung gefordert ist. Soll eine hohe Schleifwirkung erzielt werden, werden meist andere Verfahren, wie z. B. das Fliehkraftschleifen, eingesetzt.
Name des Autors: team