Zu Reinigungszwecken werden zumeist Emulsionen aus Wasser und unpolaren Kohlenwasserstoffen unter Einsatz von Emulgatoren gebildet. Der Vorteil derartiger Emulsionen ist ihr universelles Lösevermögen.
Zu Reinigungszwecken werden zumeist Emulsionen aus Wasser und
unpolaren
Kohlenwasserstoffen unter Einsatz von Emulgatoren gebildet.
Der Vorteil derartiger Emulsionen ist ihr universelles Lösevermögen. In der wässrigen
Phase können polare Verunreinigungen, wie z. B. Salze, gelöst
werden, während von der Kohlenwasserstoffphase unpolare Stoffe, wie Öle und
Fette, aufgenommen werden (Polarität eines
Lösemittels). Auf diese Weise können Emulsionen als
Universalreinigungsmittel, auch bei unbekannter Schmutzzusammensetzung,
eingesetzt werden. Festhaftende Verunreinigungen können allerdings meist nicht
vollständig entfernt werden. Nach
der Reinigung bildet sich ein dünner Kohlenwasserstofffilm auf der Werkstückoberfläche,
der, je nach Folgeprozess, störend oder als temporärer Korrosionsschutz
erwünscht sein kann.
Emulsionen
sind in der Regel nicht brennbar und bilden bei sachgemäßer Anwendung keine explosionsfähigen
Gemische. Die Toxizität der Emulsionsreiniger ist vornehmlich durch die
Kohlenwasserstoffphase bestimmt.
Eigenschaften
Eine Emulsion ist allgemein ein Zweiphasengemisch aus zwei oder mehr nicht
miteinander mischbaren Flüssigkeiten. Dabei bildet die Flüssigkeit, die in
größerer Menge in dem Gemisch vorliegt, das Trägermedium,
in dem die anderen Flüssigkeiten in Tröpfchenform verteilt
vorliegen. Der Teilchendurchmesser der Tröpfchen schwankt dabei zumeist zwischen 10-4
und 10-8 m.
Je nach Größe der vorliegenden Tröpfchen sind Emulsionen milchig trüb
(Makroemulsion) bis klar (Mikroemulsionen). Grenzflächenaktive Substanzen (Emulgatoren) unterstützen die
Emulsionsbildung und wirken stabilisierend.
Zu Reinigungszwecken werden zumeist Emulsionen aus Wasser und polaren
Kohlenwasserstoffen unter Einsatz von Emulgatoren gebildet.
Ist eine fortwährende Durchmischung, z. B. durch Ultraschall oder
Injektionsfluten, gegeben, kann unter Umständen auch auf den Einsatz
grenzflächenaktiver Substanzen verzichtet werden. In einer
"Kohlenwasserstoff in Wasser"-Emulsion ist eine geringe Menge
Kohlenwasserstoff in einer größeren Menge Wasser in Form kleiner Tröpfchen verteilt.
Derartige Emulsionen können nach der Reinigung oftmals mit reinem Wasser
abgespült werden. Eine "Wasser in Kohlenwasserstoff"-Emulsion besteht hingegen
vornehmlich aus Kohlenwasserstoffen, in denen eine geringere Menge Wasser
emulgiert ist. Nach der Reinigung mit diesen Emulsionen verbleibt ein
Schmierfilm auf den Bauteilen, der, je nach Anwendungsfall, störend oder auch
als Korrosionsschutz erwünscht sein kann.
Der Vorteil der Emulsionsreiniger liegt in ihrem universellen Lösevermögen. In der wässrigen
Phase können polare Verunreinigungen, wie z. B. Salze, gelöst
werden, während von der Kohlenwasserstoffphase unpolare Stoffe, wie Öle und
Fette, aufgenommen werden (Polarität eines
Lösemittels). Auf diese Weise können Emulsionen als
Universalreinigungsmittel, auch bei unbekannter Schmutzzusammensetzung,
eingesetzt werden. Allerdings ist die Reinigungswirkung
gegenüber fest haftenden Verschmutzungskomponenten nicht besonders stark.
Zumeist können nur leicht anhaftende
Verunreinigungen entfernt werden, nicht
jedoch eingepresste Mineralöle, verharzte Fette, Farbspritzer oder Oxide, so dass
in derartigen Fällen zu aggressiveren Reinigungsmitteln gegriffen werden muss.
Emulsionsreiniger lassen sich bezüglich ihrer
Entmischungsneigung in stabile und instabile unterteilen. Instabile
Emulsionen entmischen sich bei stehendem Bad (ohne Agitation) schnell und bilden,
je nach Dichte der emulgierten Komponente, eine Boden- bzw. Deckschicht aus. Stabile Emulsionen entmischen sich auch bei
minimaler Badbewegung nur sehr langsam.
Einsatzgebiete
Mit Emulsionsreinigern können Bauteiloberflächen oftmals in einem
Reinigungsschritt sowohl entfettet, als auch von festen Schmutzpartikeln befreit
werden.
Dabei werden Fette und Öle in der Kohlenwasserstoff-Phase gelöst, die
umgebende wässrige Phase entfernt ionische Verschmutzungen, wie Salze oder
Pigmente.Emulsionen
können eingesetzt werden, wenn eine schnelle und nicht besonders
gründliche Reinigung gefordert ist. Die Reinigungswirkung hängt stark von der
Anreicherung der Schmutzstoffe in der Wasser- bzw. KW-Phase ab und sinkt
mit steigendem Schmutzeintrag.Die
von den Bauteilen entfernten Verschmutzungen verteilen sich in Abhängigkeit von
ihrer Polarität zwischen den beiden Reinigerphasen.
Nicht wassermischbare Bearbeitungsöle
verbleiben fast vollständig in
der Kohlenwasserstoffphase, wassermischbare fast vollständig in der
wässrigen Phase. Kühlschmierstoffe enthalten jedoch meist auch Komponenten, die nicht
eindeutig in einer der beiden Phasen löslich sind. Sollen hohe Badstandzeiten
erreicht werden, sollte die Zusammensetzung der Emulsion auf die
Schmutzzusammensetzung abgestimmt werden.
Ein typischer Einsatzfall ist die Reinigung leicht verschmutzter Oberflächen
mit erhöhten
Korrosionsschutzanforderungen. Der nach der Reinigung auf der Oberfläche
verbleibende ölige Film ist in der Lage, das Bauteil temporär vor Korrosion zu schützen. Zum Beispiel können
spanend bearbeitete Teile aus nicht rostfreien Stählen von Spänen und
Kühlschmierstoffen befreit und für eine Zwischenlagerung konserviert werden. Eine weitere Anwendung ist die Passivierung nach
alkalischer oder neutraler Reinigung. Außerdem können Werkstücke, beispielsweise im Fließbandverfahren, vor der
Phosphatierung oder Passivierung entfettet werden. Die auf dem Bauteil
verbleibenden Lösemittelreste
bringen bei der nachfolgenden Phosphatierung keine Nachteile; unter Umständen
können die Phosphatschichten sogar feinkörniger ausfallen. Ein weiteres
Einsatzgebiet ist die Reinigung von Buntmetallen, die geläppt oder poliert
wurden, da sie nach der Reinigung mit alkalischen Reinigern zum Anlaufen
tendieren.
Vor der Emailierung
oder in der Galvanotechnik werden Emulsionsreiniger nicht oder nur zur
Vorreinigung eingesetzt, da der
hier erforderliche Reinheitsgrad nicht garantiert werden kann. Auch vor dem Lackieren
ist eine Emulsionsreinigung alleine nicht ausreichend. Sie ist nur dann
anwendbar, wenn eine entrostend und passivierend wirkende Säure, z. B.
Phosphorsäure, zugesetzt wird.
Sollen Teile, die mit wasserhaltigen Metallbearbeitungsflüssigkeiten (z. B. Bohr- und
Schleifemulsion) bearbeitet werden, gereinigt und gleichzeitig für eine Zwischenlagerung konserviert werden, so
kann die Reinigung in speziellen Anlagen mit der Bearbeitungsflüssigkeit bei höherer Temperatur und höherer
Konzentration durchgeführt werden. Durch die aufgenommene Wärme
verdunstet das Wasser von den Teilen und es bleibt ein Schutzfilm aus der
jeweiligen Bearbeitungsflüssigkeit zurück. Bei einer Weiterbearbeitung mit
derselben Flüssigkeit braucht dieser Schutzfilm nicht entfernt zu werden.
Arbeitsschutz
Emulsionsreiniger
sind in der Regel nicht brennbar und bilden bei fachgerechter Anwendung
keine explosiven Gemische. Das
Gefahrenpotential gegenüber den Menschen und der Umwelt hängt
im Wesentlichen von den toxischen Eigenschaften der
Kohlenwasserstoffkomponenten und ihrer Konzentration ab. Übliche Emulsionsreiniger
enthalten weder hochgiftige noch krebserregende Komponenten, wie Aromate oder
CKW. Zumeist werden Gemische aus hochsiedenden Aliphaten
oder auch pflanzenölbasierte
Reiniger eingesetzt. Dennoch sollte beim
Umgang mit Emulsionen Gummihandschuhe und Augenschutz getragen
werden. Ein kompletter Gesichtsschutz ist zumeist nicht erforderlich. Um die
Lösemittelkonzentration in der Umgebungsluft gering zu halten, ist auf eine ausreichende
Belüftung zu achten.
Emulsionsreiniger
können durch Aufbereitung, z. B. Ultrafiltration, vielfach
wiederverwendet werden. Dabei ist darauf zu
achten, dass die abgeschiedenen Verschmutzungen und Reinigerreste fachgerecht entsorgt
werden. Abgeschiedenes Wasser muss auf den Lösemittelgehalt überprüft werden, bevor
es dem öffentlichen
Wasseraufbereitungssystem zugeführt werden kann.
Referenzen
Online-Magazin "JOT - Journal für
Oberflächentechnik"
http://www.jot-oberflaeche.de/
-Ausgabe
03/98: Präzisionsreiniger für Metall-, Elektronik- und Optikanwendungen
N. N.
"Guide to Acid, Alkaline, Emulsion
and Ultrasonic Cleaning"
ASM International,
1996
US-Amerikanische
Wissensbasis "Sage: Solvent Alternatives Guide"
http://sage.rti.org