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Alkalische Reiniger

Alkalische Reiniger sind wässrige Lösungen mit einem pH-Wert > 7. In der Oberflächenreinigung wird zwischen stark (pH-Wert > 12) und schwach (pH-Wert 9 bis 12) alkalischen Lösungen unterschieden. Zu den häufig verwendeten Grundkomponenten alkalischer Reiniger gehören: Alkalihydroxide, Alkalikarbonate, Phosphate, Borax, Silikate und Cyanide. Daneben sind in der Regel oberflächenaktive Substanzen (Tenside, Emulgatoren) und Inhibitoren enthalten.

Alkalische Reiniger sind wässrige Lösungen mit einem pH-Wert > 7. In der Oberflächenreinigung wird zwischen stark (pH-Wert > 12) und schwach (pH-Wert 9 bis 12) alkalischen Lösungen unterschieden. Zu den häufig verwendeten Grundkomponenten alkalischer Reiniger gehören: Alkalihydroxide, Alkalikarbonate, Phosphate, Borax, Silikate und Cyanide. Daneben sind in der Regel oberflächenaktive Substanzen (Tenside, Emulgatoren) und Inhibitoren enthalten.


Für die reinigende Wirkung alkalischer Lösungen sind zwei Effekte verantwortlich. Zum einen lagern sich die negativ geladenen OH-Ionen sowohl am Schmutz als auch an der zu reinigenden Oberfläche an und führen zu eine elektrostatischen Abstoßung des Schmutzes. Zum anderen können viele Öle und Fette durch Laugen in einer Verseifungsreaktion in wasserlösliche Seifen umgewandelt werden. Tenside und Emulgatoren unterstützen die Reinigung.


Oberflächenreinigung mit alkalischen Lösungen ist das am häufigsten eingesetzte Reinigungsverfahren in der metallverarbeitenden Industrie. Der zu reinigende Grundwerkstoff und die Art der Verschmutzung bestimmen die Zusammensetzung des Reinigers. Die alkalische Reinigung ist in der Lage sowohl organische (Öle, Wachse, Fette), als auch anorganische Verschmutzungen (Metallabrieb, Schmutz) wirkungsvoll zu entfernen.


Beim Umgang mit stark alkalischen Reinigern muss das Arbeitspersonal vor der ätzenden Wirkung der Reinigungslösung und ihrer Dämpfe geschützt werden. Ausreichende Schutzkleidung ist in diesen Fällen unbedingt erforderlich.


Eigenschaften


Alkalische oder basische Verbindungen sind wässrige Lösungen von Hydroxiden mit einem pH-Wert > 7. In Wasser spalten sie Hydroxid(OH-)-Ionen ab. Neben dem Hydroxid-Ion entsteht ein positiv geladenes Metall-Ion.


Beispiel: NaOH —> Na+ + OH -


Die Anwesenheit von OH--Ionen in einer wässrigen Lösung kann mit Farbindikatoren leicht nachgewiesen werden. Mit zunehmendem pH-Wert nimmt die Stärke der Base zu, wobei ein pH-Wert von 14 die Obergrenze bildet. Wässrige Lösungen von Basen werden Laugen genannt. Laugen sind Protonenakzeptoren. In der Oberflächenreinigung wird zwischen stark (pH-Wert > 12) und schwach (pH-Werte 9 bis 12) alkalischen Lösungen unterschieden.


Für die reinigende Wirkung alkalischer Lösungen sind zwei Effekte verantwortlich. Zum einen lagern sich die negativ geladenen OH--Ionen sowohl am Schmutz als auch an der zu reinigenden Oberfläche an und führen zu eine elektrostatischen Abstoßung des Schmutzes. Zum anderen können viele Öle und Fette durch Laugen in einer Verseifungsreaktion in wasserlösliche Seifen umgewandelt werden.


Alkalische Reiniger besitzen in der Regel eine komplexe Zusammensetzung. Zu den häufig verwendeten Grundkomponenten gehören: Alkalihydroxide, Alkalikarbonate, Phosphate, Borax, Silikate und Cyanide. Daneben enthalten alkalische Reiniger oberflächenaktive Substanzen (Tenside, Emulgatoren) und Inhibitoren, um einen Angriff der Bauteiloberfläche zu verhindern.


Die Reinigung mit wässrigen Medien hat zumeist einen höheren Energiebedarf als die Lösemittelreinigung. Dies ist zum einen dadurch begründet, dass die wässrige Reinigung zumeist bei höheren Temperaturen stattfindet und zum anderen dadurch, dass der Trocknungsaufwand nach der Reinigung aufgrund der niedrigeren Verdunstungszahlen deutlich höher ist.


Einsatzgebiete


Die Oberflächenreinigung mit alkalischen Lösungen ist das am häufigsten eingesetzte Reinigungsverfahren in der metallverarbeitenden Industrie. Der zu reinigende Grundwerkstoff und die Art der Verschmutzung bestimmen die Zusammensetzung des Reinigers. Die alkalische Reinigung ist in der Lage sowohl organische (Öle, Wachse, Fette), als auch anorganische Verschmutzungen (Metallabrieb, Schmutz) wirkungsvoll zu entfernen. Die Lösekraft für organische Verschmutzungen ist jedoch wesentlich geringer, als die der Lösemittel. Die stark alkalische Entfettung (pH-Wert > 12) wird vor allem zur Säuberung von eisenmetallischen Werkstücken eingesetzt, weil diese von der hohen Alkalität nicht angegriffen werden. Thermoplastische Kunststoffe wie zum Beispiel ABS, PA, PET, PBT, PC, PE, PP, PPO, PS, PVC, TPU werden in der Regel ebenfalls mit alkalischen Produkten gereinigt. Zumeist bestehen alkalische Reiniger aus folgenden Komponenten:


Alkalihydroxide

Bei der Entfettung von Metallen spielen Alkalihydroxide eine untergeordnete Rolle. In Lackentfernern oder Abbeizmitteln können sie noch einen wichtigen Bestandteil bilden.

Alkalikarbonate

Alkalikarbonate bilden einen wichtigen Bestandteil alkalischer Entfettungsmittel. Sie sind häufig in Spritzentfettungsmitteln enthalten.

Borax

Borax wird Reinigermischungen in einigen Fällen als mildes Entfettungsmittel zugesetzt, vor allem für die Reinigung alkaliempfindlicher Metalle.

Silikate

Silikate (Natriummetasilikat) sind kaum aggressiv und haben ausgezeichnete peptisierende und emulgierende Eigenschaften.

Cyanide

Cyanide eignen sich besonders gut als Zusatz zu elektrolytischen Entfettungs- und Entrostungsbädern.

Phosphate

Phosphate bilden einen wesentlichen Bestandteil mild wirkender Entfettungsmittel für Weich- und Leichtmetalle.


Die oberflächenaktiven Substanzen (Tenside, Emulgatoren) bilden in Verbindung mit den oben genannt Alkalien das Grundgerüst eines alkalischen Reinigers. In schwach alkalischen Reinigern sind vor allem Tenside für die Reinigungswirkung entscheidend. Die dabei ablaufenden Mechanismen sind Dispergieren und Emulgieren der an der Bauteiloberfläche haftenden Öle und Schmutzpartikel. Die stark alkalischen Reiniger sind zusätzlich in der Lage Oberflächenoxide zu lösen. Die Lösekraft gegenüber organischen Verunreinigungen ist bei stark alkalischen Reinigern höher als bei den schwach alkalischen Lösungen, da hier Verseifung als zusätzlicher Reinigungsmechanismus auftritt. Jedoch ist vor der Verwendung stark alkalische Reiniger die Materialverträglichkeit zu prüfen.


Stark alkalische Lösungen werden in der Regel entweder bei der Tauch- oder der Spritzreinigung eingesetzt. Die Wahl eines der beiden Verfahren wird hauptsächlich durch die Eigenschaften der zu reinigenden Bauteile (Anzahl, Größe, Werkstoff usw.) beeinflusst.


Arbeitsschutz


Alkalische Mittel greifen das Zellgewebe der Schleimhäute und anderer Epidermisschichten unter Quellungsvorgängen an und zerstören es nach verhältnismäßig kurzer Einwirkzeit. Im Vergleich dazu wirken selbst konzentrierte Säuren (mit Ausnahme von Fluss-, Chrom- und Blausäure) weniger intensiv auf die Hornhaut und Schleimhäute. Bereits kleine Mengen alkalischer Lösungen können in wenigen Minuten zu den stärksten Augenschäden oder sogar zur Erblindung führen. Gelangen Alkalien in irgendeiner Form in die Augen, müssen diese in kürzester Zeit mit ausreichenden Mengen reinen Wassers oder mit schwachen Säurelösungen gründlich ausgespült werden.


Der direkte Hautkontakt mit Alkalien kann spezifische Hauterkrankungen hervorrufen, die als Alkali-Ekzeme bezeichnet werden. Zur Vermeidung von akuten oder chronischen Haut- und Körperschäden durch Alkalien, Säuren oder andere ätzende Stoffe ist Folgendes zu beachten:


-In ätzende Stoffe nicht mit ungeschützten Händen hineingreifen und sich auch sonst vor Spritzern, Staubteilchen usw. ätzender Stoffe in geeigneter Weise schützen.
-Werkstücke und Geräte, die mit ätzenden Stoffen bedeckt sind, unter allen Umständen nur mit Zangen, Hebezeugen oder Handschuhen aus Gummi oder anderen Kunststoffen anfassen.
-Überall dort, wo ätzende Stoffe auf den Fußboden gelangen können, sind Stiefel mit entsprechend hohen Schäften aus Gummi oder anderen geeigneten Kunststoffen zu tragen.


Ätzalkalien lösen sich unter großer Wärmeentwicklung in Wasser. Bei der Herstellung größerer Mengen alkalischer Lösungen sollte der Behälter zunächst zur Hälfte mit kaltem Wasser gefüllt werden. Das trockene Salz wird dann langsam und in kleinen Mengen unter dauerndem Rühren hinzugegeben. Erst nach dem vollständigen Auflösen wird auf die erforderliche Konzentration verdünnt.


Aufbereitung und Entsorgung


Bei der wässrigen Reinigung entsteht Abwasser, das in der Regel nicht direkt (in Flüsse oder Bäche), oder indirekt (in kommunale Kläranlage) ohne Abwasseraufbereitung eingeleitet werden darf. Die Hauptverschmutzungen, die zu entfernen sind, oder eine Abwasserabgabe bewirken, sind:


-CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) durch gelöste Öle und Fette sowie durch Tenside und Inhibitoren

- Säuren oder Laugen (pH-Wert)

- Mineralöl, Petrolether-extrahierbare Substanzen

- Metallionen, wie Zn, Cu bei Reinigung der entsprechenden Metalle oder Legierungen

- AOX (adsorbierbares organisch gebundenes Chlor) aus Chlorkohlenwasserstoffen


Zur Aufbereitung der Abwässer, die bei der wässrigen Reinigung anfallen, gibt es seit langem bewährte Verfahren. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Neutralisation und die Ölabtrennung. Bei nur geringem Anfall an verschmutzten Reinigerbädern kann es auch vorteilhaft sein, diese durch ein darauf spezialisiertes Unternehmen entsorgen zu lassen.


Referenzen


T. W. Jelinek
Reinigen und Entfetten in der Metallindustrie
Eugen G. Leuze Verlag, 1999


Online-Magazin "JOT - Journal für Oberflächentechnik"
http://www.jot-oberflaeche.de/


-Ausgabe: 04/98: Grundsätzliches zur wässrigen Teilereinigung
-Ausgabe: 03/99: Welches Reinigungssystem ist das richtige?


N. N.
"Guide to Acid, Alkaline, Emulsion and Ultrasonic Cleaning"
ASM Handbook, Volume 5, Surface Engineering, ASM International, 1996


Peterson, D
"Practical Guide to Industrial Metal Cleaning"
Hanser Gardner Publications, 1997


US-Amerikanische Wissensbasis "Sage: Solvent Alternatives Guide"
http://sage.rti.org


Weiner, R.
"Metall-Entfettung und -Reinigung"
Eugen G. Leuze Verlag, 1969

Name des Autors: team