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Neutralreiniger

Neutralreiniger sind wässrige Reiniger mit einem pH-Wert im neutralen Bereich (üblicherweise pH 6 bis 9). Der Hauptbestandteil von Neutralreinigern ist Wasser, dem oberflächenaktive Wirkstoffe, wie Tenside und Emulgatoren, zugegeben werden. Zur Reinigung korrosionsempfindlicher Bauteile werden oftmals zusätzlich Korrosionsinhibitoren beigemischt. Anorganische Komponenten fehlen weitgehend. Die bei der Reinigung ablaufenden Mechanismen sind Dispergieren und Emulgieren der an der Bauteiloberfläche haftenden Öle und Schmutzpartikel sowie Lösen polarer Stoffe, wie z. B. Salze.

Neutralreiniger sind wässrige Reiniger mit einem pH-Wert im neutralen Bereich (üblicherweise pH 6 bis 9). Der Hauptbestandteil von Neutralreinigern ist Wasser, dem oberflächenaktive Wirkstoffe, wie Tenside und Emulgatoren, zugegeben werden. Zur Reinigung korrosionsempfindlicher Bauteile werden oftmals zusätzlich Korrosionsinhibitoren beigemischt. Anorganische Komponenten fehlen weitgehend. Die bei der Reinigung ablaufenden Mechanismen sind Dispergieren und Emulgieren der an der Bauteiloberfläche haftenden Öle und Schmutzpartikel sowie Lösen polarer Stoffe, wie z. B. Salze.


Neutralreiniger eignen sich zur Zwischen- oder Endreinigung von Stahl, Gusseisen, Leichtmetalllegierungen, Buntmetallen, Glas, Keramik sowie der meisten Kunststoffe. Die Entfettungswirkung ist im Allgemeinen deutlich geringer als die der alkalischen Reiniger. Zur Unterstützung der Emulgierwirkung muss in der Regel eine starke mechanische Unterstützung, z. B. Ultraschall, eingesetzt werden. Neutralreiniger stehen sowohl für Kalt- als auch für Heißanwendungen zur Verfügung. In den meisten Fällen erfolgt nach der Reinigung ein Spülen und Trocknen. Werden Korrosionsinhibitoren eingesetzt, die einen organischen Schutzfilm auf der Bauteiloberfläche bilden, entfällt das Spülen.


Eigenschaften


Basis für die meisten Neutralreiniger bilden, neben dem Hauptbestandteil Wasser, meist Kombinationen aus nichtionischen (entschäumenden) und anionischen Tensiden. Amphothere und kationische Tenside kommen seltener, und niemals in Kombination mit anionischen Tensiden, zum Einsatz. Für eine Spritzreinigung ist von großer Bedeutung, dass besonders schaumarme Komponenten eingesetzt werden.


Der pH-Wert der meisten Neutralreiniger liegt im Bereich 6 bis 9. Reiniger mit höheren pH-Werten zählen zu den alkalischen Reinigern, Reiniger mit niedrigeren zu den sauren Reinigern. Alkalische Reiniger weisen eine deutlich bessere Entfettungswirkung auf als Neutralreiniger und saure Reiniger können zur Entfernung von Metalloxiden, wie z. B. Rost oder Zunder, verwendet werden. Neutralreiniger hingegen weisen Eigenschaften auf, die zwischen denen der sauren und alkalischen Reiniger angesiedelt sind.


Hauptvorteile der Neutralreiniger:


-materialschonend und für empfindliche Werkstoffe geeignet
-relativ hohe Entfettungsleistung (besser als saure Reiniger, schlechter als alkalische Reiniger)
-auch für Pigmentverschmutzungen geeignet
-meistens schaumarm auch bei hohen Drücken und hoher Schmutzbelastung
-hohe Benetzungsfähigkeit, daher schon bei niedrigen Temperaturen einsetzbar
-ökologisch vorteilhaft, gut biologisch abbaubar
-durch Ultrafiltration nahezu vollständig regenerierbar


Neutralreiniger, die Korrosionsinhibitoren enthalten, hinterlassen auf der Oberfläche der gereinigten Teile einen dünnen (20 - 50 nm) organischen Film. Dieser Film schützt das Bauteil nach der Trocknung temporär vor Korrosion und kann somit als Vorbereitung für eine Zwischenlagerung dienen. Das Inhibitorpaket besteht meist aus Mono- und Triethanolamin und einer kurzkettigen Fettsäure (Ethylhexansäure, Isooctansäure, u. a.) sowie Korrosionsschutzmitteln (z. B. Benzotriazol bei der Reinigung von Kupfer). Bei einigen nachfolgenden Bearbeitungsschritten, wie Schweißen oder Härten durch Gasaufkohlen oder Gasnitrieren, wirkt sich ein derartiger Schutzfilm nicht nachteilig aus. Die Lackierbarkeit ist jedoch nur bedingt gegeben. Vor einer galvanischen Beschichtung ist eine zusätzliche Entfettung und gründliches Spülen unumgänglich.


Die Reinigung mit wässrigen Medien hat zumeist einen höheren Energiebedarf als die Lösemittelreinigung. Dies ist zum einen dadurch begründet, dass die wässrige Reinigung aufgrund der geringen chemischen Reinigungswirkung zumeist bei höheren Temperaturen stattfinden muss und zum anderen dadurch, dass der Trocknungsaufwand nach der Reinigung aufgrund der niedrigeren Verdunstungszahlen deutlich höher ist (siehe Trocknung).


Einsatzgebiete


Polare Verschmutzungen, wie z. B. Salze oder Pigmente, können mit Neutralreinigern meist problemlos entfernt werden. Die Reinigungswirkung gegenüber unpolaren Verschmutzungen, wie Ölen und Fetten, beruht nahezu ausschließlich auf den Prinzipien des Dispergierens und Emulgierens. Die Entfettungswirkung ist daher meist deutlich geringer, als die der alkalischen Reiniger, jedoch besser als die der sauren Reiniger. Metalloxide, wie Rost und Zunder, können mit Neutralreinigern nicht entfernt werden.


Zur Unterstützung der Emulgierwirkung muss in der Regel eine starke mechanische Unterstützung eingesetzt werden. Die am häufigsten eingesetzten Verfahren sind die Spritzreinigung und die Tauchreinigung. In Spritzanlagen wird der Reiniger unter hohem Druck (bis maximal 20 bar) mittels Düsen auf die Werkstückoberfläche gespritzt. Durch die starke mechanische Reinigungswirkung des Spritzstrahls können kurze Reinigungszeiten erzielt werden. Tauchanlagen sind hingegen bei schwer zugänglichen Oberflächen erforderlich. Da bei einem reinen Tauchen der Bauteile die mechanische Reinigungskomponente sehr gering ist, können Verfahrensvarianten mit Kavitationswirkung, wie die Ultraschallreinigung oder das Druckumfluten, sinnvoll eingesetzt werden.


Neutralreiniger stehen sowohl für Kalt- als auch für Heißanwendungen zur Verfügung. Je nach Art und Zusammensetzung werden die Produkte bei Temperaturen zwischen 20 °C und 80° C eingesetzt.


In den meisten Fällen erfolgt nach der Reinigung ein Spülen und Trocknen. Werden Korrosionsinhibitoren eingesetzt, die einen organischen Schutzfilm auf der Bauteiloberfläche bilden, entfällt das Spülen.


Neutralreiniger werden in großem Umfang für die Zwischen- und Endreinigung nach der spanenden Bearbeitung von Eisen- und Nichteisen-Werkstoffen eingesetzt. Oft werden solche Bauteile in Einkammer- oder Zweikammer-Reinigungsautomaten gereinigt und mit einem Korrosionsschutzfilm für eine Zwischenlagerung versehen. Bei Teilen aus verzinktem Stahl, Aluminium oder Buntmetallen muss die Zusammensetzung der Korrosionsschutzinhibitoren auf das jeweilige Substrat abgestimmt werden.


Arbeitsschutz


Neutralreiniger sind arbeitsschutzrechtlich zumeist vollkommen unbedenklich. Durch den neutralen pH-Wert kann es zu keinerlei direkter Schädigung von Haut oder Augen kommen. Die in Neutralreinigern eingesetzten oberflächenaktiven Substanzen entsprechen weitgehend denen, die auch in Haushaltsreinigern oder Waschmaschinen-Waschmitteln enthalten sind, entsprechend gefahrlos ist der Umgang mit derartigen Stoffen. Auch bei häufigem und wiederholtem Kontakt sind Langzeitfolgen nicht bekannt. Es besteht lediglich beim Einsatz von heißem Neutralreiniger die Gefahr des Verbrühens.


Aufbereitung und Entsorgung


Bei der wässrigen Reinigung entsteht Abwasser, das in der Regel nicht direkt (in Flüsse oder Bäche), oder indirekt (in kommunale Kläranlage) ohne Abwasseraufbereitung eingeleitet werden darf. Die Hauptverschmutzungen, die zu entfernen sind, oder eine erhöhte Abwasserabgabe bewirken, sind:


-CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) durch gelöste Öle und Fette sowie durch Tenside und Inhibitoren
-Mineralöle, Petrolether-extrahierbare Substanzen
-Metallionen, wie Zn, Cu bei Reinigung der entsprechenden Metalle oder Legierungen


Die wässrigen Reiniger unterliegen den abwasserrechtlichen Gesetzen. Dies bedeutet für die Einleiter in eine kommunale Kläranlage in erster Linie die Einhaltung der Auflagen des Betreibers. Direkteinleiter in Oberflächengewässer haben sich nach der Abwasserverwaltungsvorschrift zu richten. Zur Aufbereitung der Abwässer, die bei der wässrigen Reinigung anfallen, gibt es seit langem bewährte Verfahren, wie z. B. die Ölabtrennung.


Referenzen


T. W. Jelinek
Reinigen und Entfetten in der Metallindustrie
Eugen G. Leuze Verlag, 1999


Online-Magazin "JOT - Journal für Oberflächentechnik"
http://www.jot-oberflaeche.de/


-Ausgabe: 04/98: Grundsätzliches zur wässrigen Teilereinigung
-Ausgabe: 03/99: Welches Reinigungssystem ist das richtige?


N. N.
"Guide to Acid, Alkaline, Emulsion and Ultrasonic Cleaning"
ASM Handbook, Volume 5, Surface Engineering, ASM International, 1996


Peterson, D
"Practical Guide to Industrial Metal Cleaning"
Hanser Gardner Publications, 1997


US-Amerikanische Wissensbasis "Sage: Solvent Alternatives Guide"
http://sage.rti.org


Weiner, R.
"Metall-Entfettung und -Reinigung"
Eugen G. Leuze Verlag, 1969

Name des Autors: team