Chemische Badaufbereitung
Demulgatoren
Durch gezielte Zugabe von sogenannten Demulgatoren können
Emulsionen gebrochen werden. Eine derartige Aufbereitung erfolgt zumeist bei
wässrigen Reinigern in speziellen Absetzbecken. Problematisch ist bei diesem
Verfahren, dass der Demulgator exakt auf die Art der emulgierten Öle und Fette
sowie auf die Emulgatoren und Tenside eingestellt werden muss, um eine optimale
Wirkung zu erzielen. Zudem darf der Demulgator sich nicht störend auf die
Reinigungsleistung des aufbereiteten Reinigers auswirken. Das Brechen von
Emulsionen kann durch eine erhöhte Temperatur zusätzlich unterstützt werden.
Bei einigen Reinigern, insbesondere Spritzreinigern, genügt eine um 30 °C
bis 50 °C über der Arbeitstemperatur des Reinigers liegenden
Aufbereitungstemperatur, die Emulsion auch ohne Zugabe von Demulgatoren zu
brechen.
Fällung
Dieses
Verfahren wird zur Entfernung von Phosphaten oder Schwermetallen, wie
Chrom, Eisen, Zink oder Kupfer, aus Brauchwässern eingesetzt. Im Wasser
gelöste Metallkationen oder Nichtmetallanionen werden durch eine
chemische Reaktion mit geeigneten Ionen entgegengesetzter Ladung in
schwerlösliche Verbindungen übergeführt und zur Abscheidung gebracht.
Flockung, Sedimentation, Schlammentwässerung
Bei der
Flockung werden die in einer Flüssigkeit befindlichen Stoffe durch Zugabe von Flockungshilfsmitteln zum Absetzen gebracht.
Die ausgeflockten Stoffe werden anschließend auf dem Boden des Beckens
zur
Sedimentation gebracht. Die sedimentierten Verunreinigungen
bilden einen Schlamm, der problemlos ausgetragen werden kann. Es folgt
eine
Schlammentwässerung durch Filtration und die anschließende Entsorgung der Filterkuchen.
Ionenaustauschverfahren
Bei
diesem Verfahren wird zu reinigendes Wasser durch Schüttungen aus
Ionenaustauscherharzen geschickt. Wegen des begrenzten
Aufnahmevermögens der Harze müssen diese immer wieder regeneriert
werden. Ionenaustauscher werden vornehmlich zur Entsalzung und
Enthärtung von Spülwässern eingesetzt. Auch die Reinigung von
Badflüssigkeiten von unerwünschten Metallen ist möglich. Durch die
begrenzte Aufnahmekapazität der Harze und die erforderlichen
Regenerierchemikalien ist das Verfahren relativ kostenintensiv.
Neutralisation
Bei
der Neutralisation werden saure oder alkalische Abwässer auf einen
neutralen pH-Wert gebracht. Alkalische Lösungen werden zumeist mit
Salz- oder Schwefelsäure neutralisiert, saure Lösungen werden zumeist
mit Natronlauge oder Calciumhydroxid (gelöschtem Kalk) neutralisiert.
Der bei der Neutralisation entstehende Schlamm kann nach dem Absetzen
mit einer Filterpresse abgetrennt werden. Bei der Neutralisation laufen
folgende chemische Vorgänge ab: Hydroxid-Ionen der Laugen reagieren mit
den Protonen der Säuren zu Wasser. Diese exotherme Reaktion stellt die
eigentliche Neutralisation dar. Als Nebenprodukt bildet sich ein aus
den verbleibenden Kationen und Anionen zusammengesetztes Salz.
Beispiele für Neutralisationsreaktionen:
HCl (Salzsäure) + NaOH (Ätznatron) —› NaCl (Kochsalz) +
H2O + Energie
H2SO4 (Schwefels.) + Ca(OH)2 (gelöschter Kalk) —›
CaSO4 (Gips) + 2 H2O + Energie
Säurespaltung
Bei
der Säurespaltung handelt es sich um ein Verfahren zur Abtrennung von
emulgiertem Öl aus wässrigen Reinigern mit neutralem oder alkalischem
pH-Wert. Das Reinigerbad wird z. B. mit FeClSO4/HCl auf einen pH-Wert
von 2,5 angesäuert. Dabei neutralisieren die zugeführten
Wasserstoffionen die Oberflächenladungen der kolloidalen Öltröpfchen.
Große Teile des emulgierten Öls koagulieren, schwimmen auf und können
abgetrennt werden. Anschließend wird mit Kalkmilch neutralisiert,
gegebenenfalls unter Zusatz von Flockungshilfsmitteln. Der restliche
Ölgehalt wird am dabei entstehenden Schlamm adsorbiert. Der Schlamm
kann nach dem Sedimentieren in einer Filterpresse abgetrennt werden.
Eine Spaltung durch Salze ist in einigen Anwendungsfällen auch möglich,
jedoch meist weniger effektiv als eine Säurespaltung. Erhöhte
Temperaturen begünstigen die Spaltung.
UV-Oxidation
Bei der UV-Oxidation werden organische
Verschmutzungen in wässrigen Reinigern oder Spülwässern durch Zugabe
von H2O2 und intensive Bestrahlung mit
ultraviolettem (UV) Licht zu Wasser und Kohlendioxid oxidiert. Das
UV-Licht liefert dabei die Energie, die für eine Aufspaltung der im
Wasser gelösten H2O2-Moleküle in H2O
und reaktive O-Atome benötigt wird. Treffen die reaktiven O-Atome auf
organische Bestandteile, brechen sie die Kohlenstoffkette auf und erzeugen
kurzkettigere Moleküle. Sind genügend O-Atome in der Lösung vorhanden,
werden auf diese Weise die organischen Verbindungen vollständig zu
Kohlendioxid und Wasser abgebaut.