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WirbelbettreinigungEine Wirbelbettanlage besteht aus einem mit kalibriertem Quarzsand gefüllten Becken, dessen Bodenplatte mit Düsen durchsetzt ist. Durch das Einblasen eines Brenngas-Luft-Gemisches wird der Sand auf eine Temperatur von 300 °C - 450 °C gebracht und aufgewirbelt. In die hierbei entstehende turbulente Phase mit flüssigkeitsähnlichen Eigenschaften werden die zu reinigenden Bauteile gehängt. Organischer Schmutz wird aufgrund der hohen Temperatur zersetzt oder vergast. Eine zusätzliche mechanische Reinigungswirkung ergibt sich durch das Scheuern der Sandpartikel an den Bauteiloberflächen. Die entstehenden Schwelgase müssen in eine Nachverbrennungszone abgesaugt und anschließend gefiltert werden. Eine Wirbelbettanlage besteht aus einem mit kalibriertem Quarzsand gefüllten Becken, dessen Bodenplatte mit Düsen durchsetzt ist. Durch das Einblasen eines Brenngas-Luft-Gemisches wird der Sand auf eine Temperatur von 300 °C - 450 °C gebracht und aufgewirbelt. In die hierbei entstehende turbulente Phase mit flüssigkeitsähnlichen Eigenschaften werden die zu reinigenden Bauteile gehängt. Organischer Schmutz wird aufgrund der hohen Temperatur zersetzt oder vergast. Eine zusätzliche mechanische Reinigungswirkung ergibt sich durch das Scheuern der Sandpartikel an den Bauteiloberflächen. Die entstehenden Schwelgase müssen in eine Nachverbrennungszone abgesaugt und anschließend gefiltert werden.
Die Wirbelbettreinigung wird zumeist als Alternativverfahren zur Reinigung in Schwelkammeröfen eingesetzt. Aufgrund der zusätzlichen mechanischen Reinigungswirkung durch die Sandpartikel kann die Reinigungszeit dabei deutlich geringer gehalten werden. Sie liegt jedoch noch immer bei ca. einer Stunde. Entfernt werden können vornehmlich organische Verschmutzungen und Beschichtungen. Schwierigkeiten bereiten bei der Wirbelbettreinigung Bauteile, deren Geometrie die notwendige Fluidisierung des Sandes beeinträchtigen, wie z. B. Kästen oder Schalen. Zur Reinigung von Bauteilen mit abrasionsempfindlichen Oberflächen kann die Wirbelbettreinigung nicht eingesetzt werden. |
| Schwelofen | Wirbelbett | Anmerkungen zum Wirbelbett | |
| Lackierhaken | + | + | |
| Rohre/Hohlprofile | + | 0 | Sandreste im Rohr |
| Federstahlhaken | 0 | + | |
| Gitterroste | + | + | |
| Skids | + | 0 | abhängig von der Geometrie |
| Bleche bis 3mm | + | - | Verformung durch Sandgewicht |
| Radiatoren | + | - | Sand im Radiator |
| Förderketten | + | 0 | Sand zwischen den Gliedern |
| Extruderschnecken | 0 | + | |
| Filterelemente | + | 0 | nur wenn Filterdurchlass >150 mm |
| Wannen und Behälter | + | - | schlechte Fluidisierung |
+ gut geeignet, 0 eingeschränkt geeignet, - nicht geeignet
Im Allgemeinen können Bauteile aus sämtlichen Materialien gereinigt werden, die den hohen Prozesstemperaturen standhalten. Allerdings kann es durch den mechanischen Abrieb durch den Sand zu einer unerwünschten Oberflächenbeanspruchung kommen. Hier ist im Einzelfall zu entscheiden, ob dies akzeptabel ist oder nicht. Außer zum Reinigen kann die Wirbelbetttechnik auch für die folgenden Anwendungen verwendet werden:
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Reduzieren von Metalloxiden (wie z. B. Ni, Fe, Mo, Mn, W, Ca und andere)
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Kalzinieren (wie z. B. Soda, Chloride, Sulfate)
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Tempern (wie z. B. Glas, Silicate)
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Oxidieren von Metallpulvern (wie z. B. Fe, Ca)
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Pulvermetallurgie (wie z. B. keramische Produkte, Aluminate, CVD-Oberflächenbeschichtung)
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Gas/Feststoff-Reaktionen (wie z. B. Katalysatoren Produktion, Kohlenstoff-Reaktionen)
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Mischvorgänge (wie z. B. Glas, org. Pulver, Pigmente)
Umwelt- und Arbeitsschutz
Bei der Reinigung im Wirbelbett werden die zu entfernenden Verunreinigungen verdampft, vergast oder chemisch umgewandelt. Die dabei entstehenden Schwelgase müssen nachverbrannt und in einem nachgeschalteten, zumeist keramischen, Filter gereinigt werden. Die Verunreinigungen sammeln sich in Form von feinen Partikeln im Filter. Bei der Entfernung von halogenhaltigen Lacken wird zur Neutralisation der Abluft vor dem Filter Kalk eingespritzt. Dieser sammelt sich dann zusätzlich im Filter. Neben den Filtern muss auch der verwendete Quarzsand hin und wieder erneuert bzw. wieder aufbereitet werden, da auch dieser mit Verschmutzungen behaftet ist.
Der Energieverbrauch eines Wirbelbettes ist deutlich höher als der eines vergleichbaren Schwelkammerofens. Der Vorteil des Verfahrens liegt in der deutlich kürzeren Reinigungszeit.
Das Personal muss den Beschickungswagen befüllen und entleeren, wobei beim Entleeren beachtet werden muss, dass die zu entnehmenden Bauteile noch immer eine Temperatur von bis zu 400 °C haben können. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind zu treffen.
Anlagen und Kosten
Eine einfache Wirbelbettanlage besteht aus einem mit kalibriertem Quarzsand gefüllten Behälter, dessen Bodenplatte mit Düsen durchsetzt ist, einer Nachverbrennungszone und einer keramischen Filterbatterie. Eine zusätzliche Vibrationskammer kann vorteilhaft sein, um die Bauteile nach der Reinigung von mitgeführtem Quarzsand zu befreien.
Anlagenbeispiel (Schwing AG)
Das Reinigen im Wirbelbett ist eine Alternative zum Reinigen im Schwelkammerofen. Oft ist die Geometrie der Teile ausschlaggebend, um sich für oder gegen die Verwendung einer Wirbelbettanlage zu entscheiden (vgl. Haupteinsatzgebiete). Falls die zu reinigenden Teile sowohl in der einen als auch in der anderen Anlage gereinigt werden können, müssen die Vor- und Nachteile im konkreten Fall gegeneinander abgewogen werden. So hat beispielsweise das Wirbelbett einen höheren Energieverbrauch sowie einen höheren Anlagen- und Bedienungsaufwand. Dafür geht die Reinigung inklusive der erforderlichen Nachbehandlung deutlich schneller vonstatten.
In der folgenden aus dem Artikel "Ofen oder Wirbelbett?" von R. Mol aus dem Journal für Oberflächentechnik, Nr. 4 (1997) entnommenen Tabelle werden zwei Reinigungsöfen mit einer Wirbelbettanlage in einem konkreten Anwendungsfall verglichen.
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Ofen Typ TE |
Ofen Typ TKA |
Wirbelbett |
|
| Kammervolumen | 17 m3 | 44 m³ + 4 m3 | 11 m3 |
| Kammerabmessungen (m) | 3,5 x 2,2 x 1,9 | 6,5 x 2,6 x 2,4 | 6,4 x 1,3 x 1,3 |
| Lackeinsatz / Charge | 250 kg | 250 kg + 40 kg | 120 kg |
| Reinigungsdauer / Charge | 12 h | 7 h | 1,5h |
| Gasverbrauch / Charge | 230 m3 | 250 m3 | 375 m3 |
| Gasverbrauch / m3 Einsatz | 13,5 m3 | 5,5 m3 | 34 m3 |
| Gasverbrauch / kg Lack | 1 m3 | 1 m3 | 3m3 |
| Stromverbrauch / Charge | 35 kWh | 30 kWh | 170 kWh |
| max. Kammertemperatur | 350 - 450 °C | 350 - 450 °C | 350 - 450 °C |
| Entnahmetemperatur | 200 °C | 200 - 350 °C | 400 °C |
Referenzen
R. Mol
Ofen oder Wirbelbett?
JOT-Journal für Oberflächentechnik, Nr. 4 (1997), 1997

