Unter Reinigungsschleifen wird das Entfernen von oberflächlichen Verunreinigungen durch ein Schleifwerkzeug verstanden. Dabei kommen zumeist rotierende Schleifscheiben oder mit hoher Geschwindigkeit umlaufende Schleifbänder zum Einsatz.
Unter Reinigungsschleifen wird das Entfernen von
oberflächlichen Verunreinigungen durch ein Schleifwerkzeug verstanden.
Dabei kommen zumeist rotierende Schleifscheiben oder mit hoher
Geschwindigkeit umlaufende Schleifbänder zum Einsatz. Durch
Reinigungsschleifen können auch sehr fest haftende Verunreinigungen, wie
Zunder, Oxide, Rost, Beschichtungen oder Farben, schnell und effektiv
entfernt werden. Allerdings wird mit den Verunreinigungen auch immer eine
gewisse Menge des Grundmaterials abgetragen. Kann ein derartiger
Werkstoffabtrag nicht toleriert werden, muss auf andere Reinigungsverfahren
ausgewichen werden.

Winkelschleifer:
PROTOOL
Physikalischer Hintergrund
Die zum Reinigungsschleifen
verwendeten Schleifscheiben bestehen aus Hartstoffkörnern, welche in weiche Bindungsmaterialien eingebettet
sind.
Aufbau einer Schleifscheibe:
ISF-UniDo
Für den Schleifprozess ist die Auswahl des Korn-
und Bindematerials von entscheidender Bedeutung. Als Kornmaterialien werden
zumeist die folgenden Werkstoffe
verwendet:

-Korund (Al
2O
3)
-Siliziumkarbid
-Kubisch kristallines Bornitrid (CBN)
-Diamant
Das Bindematerial muss den Anforderungen
einer
hohen Festigkeit und der Brückenbildungsfähigkeit genügen. Die
im industriellen Einsatz meistverwendeten Bindematerialien sind:
-Keramische Bindungen
-Kunstharzbindungen
-Gummibindungen
-Metallbindungen
Das nebenstehende
Diag

ramm zeigt das Dreistoffsystem für den Aufbau von Schleifkörpern.
Dabei ist eine Schleifscheibe der Zusammensetzung A hochporös, B ist
eine Normalstruktur und C ist eine äußerst dichte Struktur. Der rot
hinterlegte Bereich stellt den üblichen Anwendungsbereich dar.
Damit ein optimaler Schleifprozess erreicht
werden kann, müssen Schleifscheiben von Zeit zu Zeit konditioniert, d. h.
nachgeschliffen werden. Beim Konditionieren wird das Bindemittel soweit
zurückgesetzt, dass wieder neue Schleifkörner freigelegt
werden. Die Schleifkörner sollten dabei zu 2/3 in das Bindungsmittel
eintauchen und etwa zu 1/3 herausragen.
Dreistoffdiagramm:
ISF-UniDo
Schleifbänder bestehen in der Regel
aus einem Trägermaterial, auf dem eine Schicht von leimgebundenen
Schleifkörnern aufgebracht ist. Da die Schleifbänder relativ schnell mit Schmutzpartikeln
zugesetzt werden, müssen sie häufig ausgetauscht werden.
Ein Konditionieren von Schleifbänder ist meist wirtschaftlich nicht
sinnvoll.
Schleifband:
JOT
Haupteinsatzgebiete
Bei dem Reinigungsschleifen handelt es sich um ein
Grobreinigungsverfahren,
mit dem große Mengen an Verschmutzungen in kurzer Zeit und mit relativ
geringem
anlagentechnischen Aufwand entfernt werden können. Es wird zum
Entfernen
festhaftender Verunreinigungen und Oberflächenbeläge, wie Zunder, Rost,
Farben, Oxidschichten u. ä., an Profilen, flächigen Bauteilen,
Gestellen,
Vorrichtungen, Anlagen oder Gussstücken verwendet. Dabei kommen
vornehmlich
elektrisch betriebene, handgeführte Schleifgeräte zum Einsatz. Schwer
zugängliche Stellen, wie Bohrungen, Sacklöcher, Nuten und
Verwinkelungen,
können mit diesen Maschinen nicht effektiv gereinigt werden. Da es sich
beim Schleifen um ein spanendes Verfahren handelt, wird auch immer eine
gewisse
Menge des Grundmaterials abgetragen. Kann dies nicht toleriert werden,
muss auf
andere Reinigungsverfahren ausgewichen werden. Sollen nach dem
Reinigungsschleifen weitere Reinigungsschritte erfolgen, müssen die
durch das Schleifen entstehenden Stäube zusätzlich berücksichtigt
werden.
Umwelt- und Arbeitsschutz
Beim Reinigungsschleifen kann es zur Entwicklung von
gesundheitsschädlichen Stäuben kommen. Ist dies der Fall, sind
entsprechende konstruktive, organisatorische oder persönliche
Arbeitschutzmaßnahmen zu treffen. Durch den Einsatz von Absauganlagen und
modernen Filtern lässt sich der anfallende Schleifstaub mit relativ
geringem Kostenaufwand entfernen und entsorgen. Kann die Staubbelastung am
Arbeitsort durch Absaugung nicht weit genug gesenkt werden, muss ein
Mundschutz getragen werden. Aufgrund der großen Lärmentwicklung
beim Schleifen sollte zudem Gehörschutz getragen werden. Zum Schutz
vor umherfliegenden Schmutzpartikeln und Funken sollten auch eine
Schutzbrille und Schutzhandschuhe zur Standardausrüstung der Mitarbeiter
gehören.
Schutzausrüstung:
Heimwerker
Anlagen und Kosten
Für das Reinigungsschleifen werden zumeist
handgeführte Schleifgeräte eingesetzt. Je
nach zu reinigender Kontur können dabei als Schleifkörper Schleifscheiben, Schleifteller,
Schleifbänder oder Schleifdorne verwendet werden. Für die Reinigung kleinerer
Bauteile werden oftmals auch fest installierte Geräte vorgesehen. Der Antrieb
erfolgt zumeist elektrisch, seltener pneumatisch. Für die Reinigung von Böden
werden fahrbare Schleifmaschinen mit integrierter Absaugung angeboten. Der Anlagenaufwand für das Reinigungsschleifen ist
relativ niedrig. Die
Personalkosten hingegen sind hoch, da das Verfahren meist nicht zu
automatisieren ist.
Winkelschleifer:
PROTOOL
Geradschleifer:
PROTOOL

Schwingschleifer:
PROTOOL
Referenzen
W. Burkart
Handbuch für das
Schleifen und Polieren
6. Auflage, Eugen
G. Leuze Verlag, 1991
Online-Artikel der Zeitschrift
"JOT - Journal für Oberflächentechnik"
www.jot-oberflaeche.de
F. Schäfer,
H.-J. Warnecke, H. U. Brauner
Entgraten -
Theorie, Verfahren, Anlagen
Krausskopf-Verlag,
1975