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Abwischen

In vielen Einsatzfällen genügt es, eine zu reinigende Oberfläche mit einem trockenen Stofftuch abzuwischen.

In vielen Einsatzfällen genügt es, eine zu reinigende Oberfläche mit einem trockenen Stofftuch abzuwischen. Bei leicht entfernbaren Verschmutzungen (Staub, Schmutzwasser usw.) können weiche, nicht abrasiv wirkende Tücher eingesetzt werden. Bei stärker anhaftenden Verunreinigungen und unempfindlichen Bauteilen können härtere Tücher oder Schwämme, bis hin zu Stahlwolle, verwendet werden. Das Wischen wird vornehmlich manuell durchgeführt und eignet sich daher am besten für unregelmäßig auftretende oder einmalige Reinigungsoperationen, wie sie z. B. bei der Reparatur von Maschinen und Anlagen auftreten. Wird die Wischreinigung mit einer Reinigungsflüssigkeit durchgeführt, steht die chemische Wirkung des Reinigers im Vordergrund. Näheres hierzu siehe Wischreinigung mit Reinigungsmittel.











Bild: Rezi


Physikalischer Hintergrund


Für die Reinigungswirkung bei der Wischreinigung ohne Einsatz von Reinigungsflüssigkeiten ist nahezu ausschließlich die mechanische Wirkung des Wischtuches verantwortlich. Durch eine Reibbewegung müssen die Bindungskräfte zwischen den Verschmutzungen und der Bauteiloberfläche aufgehoben werden, um die abgelösten Verschmutzungen anschließend durch das Wischtuch aufnehmen zu können. Partikel, wie z. B. Staub, werden dabei durch Adhäsion an den Fasern des Wischtuches gehalten, flüssige Verunreinigungen werden durch Kapillarkräfte in die Fasern hineingezogen. Auf diese Weise können auch dicke Schmierfilme schnell, allerdings nicht restlos, entfernt werden. Die Wischreinigung ist insbesondere zur Entfernung von flüssigen Verunreinigungen äußerst effektiv und wird daher auch zur Bauteiltrocknung eingesetzt. Ist das Wischtuch so weit mit Schmutz gesättigt, dass keine effektive Reinigung mehr möglich ist, muss es entsorgt werden.

Vorteile
Nachteile
  • kein teures Reinigungsequipment nötig
  • Entfernung großer Schmutzmengen
  • schnelle Reinigung
  • auch Reinigung empfindlicher Oberflächen
  • arbeitsintensiv
  • schlecht zu automatisieren
  • große Müllmenge (gebrauchte Tücher)
  • meist keine -vollständige Reinigung


Wischtücher können aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt werden, wie z. B. aus gewebter oder nicht gewebter Wollefaser, Polymerfaser, Metallfaser oder Kombinationen dieser Stoffe. Die Auswahl eines geeigneten Wischlappens hängt vornehmlich von der geforderten Weichheit, dem Saugvermögen und der Eignung zur Entsorgung ab. Die abrasive Wirkung des eingesetzten Tuches muss so gewählt werden, dass auf der einen Seite die Verschmutzungen abgelöst werden können, auf der anderen Seite jedoch keine Beschädigung der Bauteiloberfläche erfolgt. Der Einsatz stark abrasiv wirkender Schwämme, Metallfasertücher, Stahlwolle u. ä. ist daher auf die Reinigung unempfindlicher Bauteile beschränkt.













Bilder von links nach rechts (Vipdomotec): 1) Aufbau eines Wischtuches, 2) saubere Fasern, 3) durch Adhäsion anhaftende Staubpartikel, 4) stark verschmutzte Fasern


Haupteinsatzgebiete


Das Wischen ohne Reinigungsmittel wird meist bei weniger hartnäckigen Verschmutzungen auf empfindlichen Oberflächen angewandt, da die abrasive Wirkung im Gegensatz zu anderen Verfahren relativ gering ist. Gereinigt werden können alle Materialien, die von dem gewählten Tuch oder Schwamm nicht beschädigt werden. Als Faustregel gilt, dass das Material des Tuches bzw. des Schwammes keinesfalls härter sein sollte als die Oberfläche bzw. Beschichtung des zu reinigenden Bauteils.

Die Wischreinigung erfolgt in der Regel von Hand, nur in Ausnahmefällen kommen automatisierte Anlagen zum Einsatz. Die Haupteinsatzbereiche finden sich im Bereich der Instandhaltung oder Reparatur von Maschinen, Anlagen und Betriebsmittel, insbesondere dann, wenn

  • das zu reinigende Bauteil sehr groß ist,
  • das Bauteil nicht bewegt werden kann,
  • nur bestimmte Teile einer bereits montierten Baugruppe gereinigt werden müssen oder
  • Teile eines Bauteils durch Anwendung anderer Reinigungsverfahren oder aggressiver Reinigungsmittel beschädigt werden könnten.

Beispiele für den Einsatz der Wischreinigung in der Fertigung sind die Reinigung optischer Elemente, elektrischer Kontakte und die Vorbereitung von Oberflächen für das Lackieren.


Umwelt- und Arbeitsschutz


Da Wischlappen nur für eine begrenzte Dauer, bis sie sich mit Schmutz vollgesogen haben, eingesetzt werden können, entsteht bei der Wischreinigung eine große Menge Müll. Bei der Wischreinigung ohne Reinigungsmittel werden gebrauchte Wischtücher zumeist nicht wieder aufbereitet, sondern direkt entsorgt. Die Entsorgung kann, je nach Art der aufgenommenen Verschmutzungen, problematisch sein.

Enthalten die zu entfernenden Verunreinigungen gesundheitsgefährdende Stoffe, sollte durch Tragen von Handschuhen ein Hautkontakt vermieden werden. Bei ausgasenden Verunreinigungen ist unter Umständen Atemschutz zu tragen.


Anlagen und Kosten


Die Wischreinigung erfolgt in der Regel von Hand. Automatisch arbeitende Wischanlagen werden nur in Sonderfällen eingesetzt. Wischtücher und Schwämme sind in den unterschiedlichsten Formen und Arten erhältlich. Sie bestehen meist aus Wollfasern, Polymerfasern oder einem Fasergemisch aus beidem. Die Fasern können gewebt oder nicht gewebt verarbeitet sein. Die Auswahl des Tuches oder Schwammes erfolgt in Abhängigkeit von der geforderten Härte, Rauhigkeit und Saugkraft. Außerdem spielt bei der Auswahl eines geeigneten Schwammes / Tuches die Eignung zur Entsorgung eine wichtige Rolle, da bei der Wischreinigung eine relativ große Abfallmenge entsteht.









































































www.sito.de



Referenzen


Online-Magazin "Precision Cleaning Web"
www.precisioncleaningweb.com


US-Amerikanische Wissensbasis "Sage: Solvent Alternatives Guide"
http://sage.rti.org


T. W. Jelinek
Reinigen und Entfetten in der Metallindustrie
1. Auflage, Eugen G. Leuze Verlag, 1999


Name des Autors: team