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UltraschallreinigungBei der Reinigung mit Ultraschall werden die zu reinigenden Teile in ein mit einem geeigneten Reinigungsmittel gefülltes Becken gehängt, in das Ultraschall eingebracht wird. Die dabei entstehenden Kavitationsbläschen lösen Verunreinigungen von der Bauteiloberfläche.
Bei der Reinigung mit Ultraschall werden die zu reinigenden Teile in ein mit einem
geeigneten Reinigungsmittel
gefülltes
Becken gehängt. Durch
am Boden bzw. an der Seitenwand des Reinigungsbeckens angebrachte Schwingungserzeuger
wird Ultraschall eingebracht, der sich in Form
von Longitudinalschwingungen im Reinigungsmittel ausbreitet. Durch das lokale
Unterschreiten des Dampfdrucks während der Schwingungsphase geringeren Drucks
entstehen an der Bauteiloberfläche dampfgefüllte Bläschen, sogenannte Kavitationsbläschen.
Diese implodieren in der darauf folgenden Phase erhöhten Drucks wieder und erzeugen
dabei Aufschlagdrücke von ca. 1000 bar. Durch
diese kurzzeitig auftretenden hohen Implosionsdrücke werden die
Verunreinigungen
von der Bauteiloberfläche abgesprengt und im Reiniger gelöst bzw. dispergiert.
Nach
der Reinigung müssen die Teile in der Regel gespült und getrocknet
werden.
![]() Kavitationsblase zum Zeitpunkt der Implosion Durchmesser ca. 150µm bei Frequenz 25 kHz (JOT-Oberflaeche.de) Die Reinigung mit Ultraschall ist ein Reinigungsverfahren, mit dem höchste Reinheitsgrade erreicht werden können. Zur Anwendung kommt sie vornehmlich bei Teilen der Feinmechanik und der Feinwerktechnik, bei medizinischen, insbesondere auch chirurgischen Instrumenten, optischen Linsen, Glasgefäßen, Zahnprothesen, Schmuck und Besteckteilen, Gehäusen von Fotokameras, Fernsehbildröhren vor der Beschichtung, elektrischen Baugruppen und zu galvanisierenden Bauteilen. |
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Verfahren |
Restschmutz |
| Abspritzen | 86 % |
| kräftige Bewegung in der Reinigungsflüssigkeit | 70 % |
| Dampfentfettung | 65 % |
| Bürstenreinigung mit der Hand | 8 % |
| Ultraschall | 1 % |
Tabelle: Handbuch der Galvanotechnik
Gereinigt werden können nicht nur gerade und glatte Oberflächen, sondern auch unregelmäßig gestaltete Teile mit Vertiefungen aller Art, die mit anderen Verfahren nicht oder nur sehr schwer zu reinigen sind. So können z. B. kleinere Zahnradgetriebe, wie sie in mechanischen Uhren vorkommen, ohne vorherige Demontage gereinigt werden. Problematisch sind allerdings Bauteile, die Hinterschneidungen aufweisen, so dass Abschattungen der Ultraschallwellen auftreten.
Entfernt werden können zunächst alle Verschmutzungen, die vom verwendeten Reinigungsmittel gelöst werden können. Darüber hinaus ist es möglich, auch Verschmutzungen zu entfernen, die in der Reinigungslösung nur schwer oder gar nicht löslich sind. Sie können mit Hilfe der Kavitationswirkung von der Bauteiloberfläche abgesprengt und im Reiniger dispergiert werden.
Die Reinigung dauert, je nach Dicke der Verschmutzungsschicht, 15 - 60 Sekunden. Jede zu reinigende Bauteilseite muss für diese Zeit den Ultraschallerzeugern zugewandt sein. Schüttgüter müssen dementsprechend durchmischt werden, sodass jede Seite zufriedenstellend gereinigt werden kann. Aufgrund der Rückverschmutzung verlängern sich die Reinigungszeiten hierbei jedoch erheblich. Oftmals stellt bei Schüttgütern auch die Wahl eines geeigneten Reinigungsbehälters ein Problem dar. Üblicherweise werden Schüttgüter in Reinigungskörben in das Ultraschallbecken eingehängt. Dabei gilt: Je grobmaschiger der Korb, desto besser erreicht der Ultraschall die zu reinigenden Teile (geringere Reflexionen am Korb) und desto besser ist die erzielbare Reinigungsleistung. Als Alternative zu sehr feinmaschigen Körben können auch Wannen aus Thermoplasten verwendet werden. Thermoplaste weisen dem Wasser ähnliche Ausbreitungsgeschwindigkeiten für Schallwellen auf und besitzen daher relativ hohe Durchgangskoeffizienten.
Nach der Reinigung werden die Teile gespült und getrocknet, da so Korrosion vorgebeugt und das Reinigungsergebnis gesichert wird. Werden wässrige Reiniger verwendet, so werden die gereinigten Teile aus dem beschallten Becken in mehrere aufeinanderfolgernde Spülbecken getaucht oder mit Leitungswasser abgespült. Wird Fleckenfreiheit nach der Trocknung gefordert, erfolgt zumindest der letzte Spülvorgang mit vollentsalztem Wasser. Die Trocknung erfolgt meist durch Warmluft oder im Trockenschrank. Bei temperaturempfindlichen Teilen sollte die Trocknung im Vakuum erfolgen. Wird ein organisches Lösungsmittel verwendet, so werden die gereinigten Teile in ein Becken getaucht, das mit demselben, aber unverbrauchten, unbeschallten Reiniger gefüllt ist. Wenn danach in einer Dampfzone getrocknet werden soll, wird das Bauteil im Spülbecken zusätzlich gekühlt und dann über einem siedenden Lösungsmittel einer Kondensatspülung unterzogen (Auf der kalten Oberflächen kondensiert reines Lösungsmittel und tropft ab). Zugleich erwärmt sich das Teil und trocknet nach dem Verlassen der Dampfzone durch die gespeicherte Eigenwärme.
Umwelt- und Arbeitsschutz
Bei der Verwendung von Ultraschallanlagen ist in Bezug auf Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen auf die Auflagen der jeweils verwendeten Reiniger zu achten.
Vgl. hierzu: Umwelt- und Arbeitsschutz:
- neutrale wässrige Reiniger
- alkalische wässrige Reiniger
- saure wässrige Reiniger
- Chlorkohlenwasserstoffe (CKW)
- Kohlenwasserstoffe (KW)
- Sauerstoffhaltige Kohlenwasserstoffe
- Pflanzenölbasierte Reiniger
Anlagen und Kosten
Eine Ultraschallreinigungsanlage besteht aus einer Wanne, in der sich die Reinigungsflüssigkeit befindet, den Schwingungserzeugern und einem Hochfrequenzgenerator, der die Netzfrequenz von 50 Hz auf die benötigte Resonanzfrequenz der Schwinger umwandelt. Hinzu kommen diverse Hilfsgeräte, die zum Eintauchen der zu reinigenden Teile benötigt werden, eine Heizung zum Erwärmen des Reinigungsbades, Spülbecken und evtl. eine Vorrichtung zur Trocknung der gereinigten Teile. Außerdem kann, je nach verwendetem Lösungsmittel, eine Absaugvorrichtung für die aufsteigenden Dämpfe erforderlich sein. Bei häufiger Nutzung und bei der Reinigung von stark verschmutzten Bauteilen ist ein Aufbereitungskreislauf für die Reinigungsflüssigkeit empfehlenswert.
Reinigungswannen sind in verschiedensten Größen erhältlich und werden überwiegend aus Edelstahl, seltener aus Kunststoff gefertigt. Für die gelegentliche Reinigung kleinerer Teile werden von vielen Herstellern sogenannte Standard-Schwingwannen mit Fassungsvermögen von 2 - 48 l angeboten. Für größere Teile werden meist geschweißte Reinigungsbecken mit entsprechend großem Fassungsvermögen eingesetzt.

Bild: Standard-Schwingwannen (elma-ultrasonic.com)
Die Kosten für eine Reinigungsanlage variiert je nach Fassungsvermögen und Ausstattung. Standardschwingbecken mittlerer Größe mit integrierter Badheizung, Zeitschaltuhr und einhängbarem Warenkorb sind ab ca. 1000 Euro erhältlich. Neben den Standardschwingbecken sind auf spezifische Anwendungsfälle abgestimmte Komplettanlagen erhältlich.
Beispiele für Ultraschall-Komplettanlagen
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Einkammer Vollautomat |
Gerätetechnik Brieselang |
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Zweikammer Handanlage mit Trocknung |
Gerätetechnik Brieselang |
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Einkammer Vollautomaten |
Gerätetechnik Brieselang |
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Reinigungsautomat für Gestell- oder Korbware mit
Transportsystem |
Erdmann GmbH |
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Reinigungsanlagen für Drähte und Rohre
bei starker Verschmutzung |
Gerätetechnik Brieselang |
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Reinigungsanlagen für Drähte und Rohre
für den Dauerbetrieb |
Dr. Hielscher GmbH |
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Im Allgemeinen handelt es sich bei der Ultraschallreinigung um ein relativ preiswertes Reinigungsverfahren, mit dem höchste Reinheitsgrade erreicht werden können. Dabei ist zu beachten, dass Schwingungserzeuger und Generatoren für tiefe Frequenzen (20 bis 40 kHz) wesentlich billiger, betriebssicherer und für größere Flächenleistungen einfacher herzustellen sind, als diejenigen für hohe Frequenzen (400 bis 800 kHz).
Referenzen
H. W. Dettner, J. Elze, E. Raub
Handbuch der Galvanotechnik
Band 1: Grundlagen, Einrichtungen, Vorbehandlungen
Carl Hanser Verlag München, 1963
H. Kuttruff
Physik und Technik des Ultraschalls
S. Hirzel Verlag Stuttgart, 1988
J. Matauschek
Einführung in die Ultraschalltechnik
2. Auflage, VEB Verlag Technik Berlin, 1962
R. Sewig
Neuartige Fertigungsverfahren in der Feinwerktechnik
Carl Hanser Verlag München, 1969
Name des Autors: team

