Als Powerwasher werden in dieser Wissensbasis all diejenigen Reinigungsanlagen bezeichnet, bei denen verschiedenen Nassreinigungsverfahren, wie Spritzreinigung, Tauchreinigung, Druckumfluten, Ultraschallreinigung oder Trommelreinigung hintereinander oder auch parallel zueinander ablaufen.
Als Powerwasher werden in dieser Wissensbasis all diejenigen Reinigungsanlagen bezeichnet, bei denen
verschiedenen Nassreinigungsverfahren, wie
Spritzreinigung,
Tauchreinigung,
Druckumfluten,
Ultraschallreinigung oder
Trommelreinigung
hintereinander oder auch parallel

zueinander ablaufen. Durch die Kombination
mehrerer Reinigungsverfahren sind Powerwasher in der Lage, ein sehr breites
Spektrum an Reinigungsaufgaben abzudecken. Der Reinigungsablauf (das
Waschprogramm) kann dabei auf den jeweiligen Einsatzfall optimal abgestimmt
werden. In Powerwashern können sowohl wässrige Reiniger, als auch
Lösemittel eingesetzt werden. Da die Bauteiloberfläche nach der Reinigung in d er Regel rückstandsfrei und trocken
sein soll, werden meist auch Spül-
und Trocknungsprozesse
integriert.
Bild: MAP-Pamminger
Anmerkung: Im englischsprachigen
Raum wird der Begriff
"Powerwasher" neben der obigen Definition auch für
Druckflüssigkeitsstrahlgeräte
verwendet. In einigen Fällen wird auch eine
Spritzreinigung mit
alkalischen Reinigern als "Powerwashing" bezeichnet.
Physikalischer Hintergrund
Bei der Reinigung mit Reinigungsmitteln
können, je nach gefordertem Reinheitsgrad, ein- oder mehrstufige Prozesse zum
Einsatz kommen. Bei mehrstufigen Prozessen ist es oftmals sinnvoll, in den
einzelnen Stufen unterschiedliche Reinigungsverfahren einzusetzen. Den
Nassreinigungsschritten schließen sich zudem in der Regel Spül- und
Trocknungsschritte an. Laufen derartige mehrstufige Reinigungsprozesse mit
unterschiedlichen Verfahrensschritten in einer kompakten Anlage ab, wird diese
als "Powerwasher" bezeichnet. Art und Anzahl der dabei ablaufenden
Prozessschritte hängen von der zu bewältigenden Reinigungsaufgabe ab und können,
je nach Einsatzzweck, stark variieren. Typische Verfahren die in Powerwashern
kombiniert eingesetzt werden sind:
Haupteinsatzgebiete
Durch die Kombination mehrerer Reinigungsverfahren sind Powerwasher in der
Lage, ein sehr breites Spektrum an Reinigungsaufgaben abzudecken. Die Art und
Anzahl der eingesetzten Reinigungsstufen können dabei auf den jeweiligen
Einsatzfall optimal abgestimmt werden. In Powerwashern können sowohl wässrige
Reiniger, als auch organische Lösemittel eingesetzt werden. Die Einsatzgebiete
reichen daher von der einfachen Grobreinigung, z. B. als Zwischenreinigung
zwischen spanenden Bearbeitungsschritten, bis hin zur vielstufigen Reinigung als
Vorbereitung einer Oberflächenbeschichtung.
Da es sich bei Powerwashern um kompakt gebaute Anlagen handelt, in die die zu
reinigenden Bauteile zumeist in entsprechenden Warenkörben eingebracht werden,
sind sie vornehmlich für die Reinigung von Kleinteilen geeignet. Je größer die
zu reinigenden Bauteile sind, um so größer wird der Anlagenaufwand. Für die
Reinigung sehr großer Bauteile sind Powerwasher daher meist nicht
wirtschaftlich. Ansonsten unterliegen Powerwasher keinen allgemeingültigen
Einschränkungen bezüglich ihrer Einsatzmöglichkeiten.
Umwelt- und Arbeitsschutz
Bei der
Verwendung von Powerwashern ist in Bezug auf Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen
auf die Auflagen der jeweils verwendeten
Reinigungsmittel zu achten.
Der
Reinigeraufbereitung kommt bei allen Nassverfahren eine hohe Bedeutung zu. Eine
effektive Aufbereitung erhöht die Badstandzeiten, verbessert die
Reinigungsqualität, verringert die Umweltbelastung und erhöht die
Wirtschaftlichkeit. Bei Powerwashern ist die Reinigeraufbereitung zumeist direkt
in die Anlage integriert. Näheres zu den Verfahren der Reinigeraufbereitung und
gesetzlichen Vorschriften siehe
Recycling flüssiger
Reiniger.
Anlagen und Kosten
Die einzelnen Reinigungsschritte laufen in Powerwashern entweder in
hintereinandergeschalteten Reinigungskammern ab, oder die Reinigung erfolgt in
einer Arbeitskammer, welche durch unterschiedliche Vorlagebehälter gespeist
wird.
Spritzverfahren werden
häufig bei wässrigen und seltener bei CKW-Anlagen eingesetzt. Bei
VbF-AIII-Lösemitteln werden sie aufgrund
der Brand- und Explosionsgefahr in der Regel vermieden. Zur mechanischen
Unterstützung einer
Tauchreinigung wird im
einfachsten Fall eine Warenbewegung durch Hub, Drehen oder Schwenken eingesetzt.
Für die Abreinigung von Pigmentschmutz wird oftmals zusätzlich
Ultraschall eingebracht. Für eine
effektive Entspanung oder die Reinigung von tiefen Bohrungen und Sacklöchern
kann das
Druckumfluten
eingesetzt werden.
Die
Trocknung
erfolgt zumeist konvektiv, zum Teil unterstützt durch Vakuum. Die besten
Trocknungsleistungen werden bei CKW erreicht; meist reicht schon die in den
Teilen gespeicherte Wärmeenergie für eine effektive Konvektionstrocknung aus.
Trotz der günstigen Trocknungseigenschaften ist aber der anlagentechnische
Aufwand wegen der gebotenen abluftfreien Fahrweise beträchtlich. Beim Einsatz
wässriger Reiniger wird zumeist ein Trocknungsluft-Kreislauf mit
Wärmerückgewinnung realisiert. Vergleichsweise problematisch ist die Trocknung
bei
VbF-AIII-Lösemitteln aufgrund der
Explosionsgefahr bei Überschreiten des Flammpunktes.
Anlagenbeispiele
Einkammer-Waschautomat zur wässrigen Reinigung

von
Kleinteilen in Warenkörben. Die Warenaufnahme rotiert zur allseitigen
Beaufschlagung des Waschgutes. Möglich sind die Prozessschritte Waschen, Spülen
und Trocknen. Als Reinigungsverfahren kommen das Spritzen, das Tauchen oder das
Fluten zur Anwendung.
Einkammer-Waschautomat: MTM GmbH

Platzsparende
Rundtaktanlage zur Reinigung von Schüttgut
in Warenkörben oder Einzelteilen in Werkstückträgern. Der Weitertransport
erfolgt in allen Stationen gleichzeitig durch ein Anheben der oberen und
Verdrehen der unteren Halbschale der Anlage. Dabei können bis zu 12
hintereinander geschaltete Reinigungs-, Spül- und Trocknungsstufen realisiert
werden.
Rundtaktanlage: MTM GmbH
Mehrzonen-Tauchanlage mit Fahrwagenumsetzer für
mehrstufige Reinigung von Korb- oder Gestellware. Der Reinigungsablauf umfasst
die folgenden Einzelschritte:
- Tauchen
- Spülen
- Spülen/Konservieren
- Heißluft-Trocknen
Optionaler Einsatz von Ultraschall oder Druckumfluten und
abwasserfreier Betrieb durch anlageninterne Reinigerdestillation.
Mehrstufen-Tauchanlage: LPW-Reinigungstechnik
Vollautomat mit integrierter Reinigerdestillation.
- Behälter 1
- Behälter 2
- Dampferzeuger und Destillationskammer
- Arbeitskammer
- Demister
- Lufterhitzer
- Gebläse
- Wasserabscheider
- Spänefang und Filter
- Automatische Be- und Endladeeinrichtung
Vollautomat: Roll Reinigungssysteme
Referenzen
T. W.
Jelinek
Reinigen und
Entfetten in der Metallindustrie
1. Auflage,
Eugen G. Leuze Verlag, 1999
N. N.
"Guide to Acid, Alkaline,
Emulsion and Ultrasonic Cleaning"
ASM Handbook, Volume 5, Surface
Engineering, ASM International, 1996
Online-Artikel des
US-Amerikanischen "Parts Cleaning Web"
http://www.partscleaningweb.com
Online-Artikel der Zeitschrift
"JOT - Journal für Oberflächentechnik"
www.jot-oberflaeche.de
Peterson,
D.
"Practical
Guide to Industrial Metal Cleaning"
Hanser Gardner
Publications, 1997
US-Amerikanische
Wissensbasis "Sage: Solvent Alternatives Guide"
http://sage.rti.org
Weiner, R.
"Metall-Entfettung und
–Reinigung"
Eugen G. Leuze
Verlag, 1969