Main menu

 


 


 


Druckumfluten

Von Fluten wird gesprochen, wenn eine zu Beginn leere Reinigungskammer zunächst mit Bauteilen bestückt und anschließend mit Reinigungsflüssigkeit gefüllt (geflutet) wird.

Von Fluten wird gesprochen, wenn eine zu Beginn leere Reinigungskammer zunächst mit Bauteilen bestückt und anschließend mit Reinigungsflüssigkeit gefüllt (geflutet) wird. Das Fluten ist somit ein der Tauchreinigung sehr eng verwandtes Verfahren. Durch das Fluten ergibt sich eine gute Baddurchmischung, welche das Lösen und Emulgieren von Schmutzstoffen begünstigt


Beim Druckumfluten wird die Reinigungsflüssigkeit in einem Bad von Pumpen angesaugt und mit einem Druck von ca. 8 bis 9 bar durch ein unter der Badoberfläche befindliches Düsensystem gedrückt. Hierdurch werden die zu reinigenden Bauteile mit hoher Geschwindigkeit umspült. Die hohe Strömungsgeschwindigkeit sorgt, u. a. durch Strömungsabrisse an den Werkstückkanten, für starke Turbulenzen, die die vorliegenden Verunreinigungen von den Bauteiloberflächen ablösen und sie entfernen.















Ein zusätzlicher Reinigungseffekt ergibt sich durch die Sogwirkung beim Vorbeiströmen an Sacklöchern und Vertiefungen. Durch die hohe Geschwindigkeit kommt es, entsprechend der Bernoulli-Gleichung, zu einer Absenkung des lokalen Druckes. In Sacklöchern herrscht aufgrund der dort stehenden Flüssigkeit ein etwas höherer Druck, so dass es zu einer Wirbelströmung kommt, die in dem Sackloch befindliche Verschmutzungen austrägt. Wird mit sehr hohen Geschwindigkeiten umflutet, kann es zur Bildung von Kavitationsbläschen kommen. Der dabei auftretende Reinigungseffekt ist dem der Ultraschallreinigung sehr ähnlich. Ein weiteres vorteilhaftes Verfahrensmerkmal ist, dass es aufgrund der starken Verwirbelung zu keiner Ölschicht auf der Badoberfläche kommt, so dass Bauteile beim Herausheben aus dem Bad nicht erneut verschmutzt werden.


Das Druckumfluten kann prinzipiell überall dort eingesetzt werden, wo auch eine Tauchreinigung erfolgversprechend ist. Aufgrund der höheren mechanischen Wirkung können mit dem Druckumfluten jedoch meist kürzere Reinigungszyklen realisiert werden. Zudem ist das Verfahren besonders gut für die Reinigung und Entspanung von Teilen mit tiefen Bohrungen, Sacklöchern u. ä. geeignet. Weitere typische Einsatzfälle sind die Reinigung von Rohrbündeln und Rohren mit kleinen Innendurchmessern. Für sehr leichte Bauteile, insbesondere Schüttgut, ist das Druckumfluten meist nicht geeignet, da die Bauteile von der starken Strömung mitgerissen werden können.


Für das Druckumfluten können bei entsprechender Anlagengestaltung beliebige flüssige Reinigungsmittel zum Einsatz kommen. Entsprechend vielfältig sind auch die zu beachtenden Arbeits- und Umweltschutzvorschriften sowie die Möglichkeiten der Aufbereitung und Entsorgung.
Name des Autors: team